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Neuigkeiten Zum Tod von Rudi Gutendorf

Zum Tod von Rudi Gutendorf

RUDI LEBT!

Als Rudi Gutendorf im Jahr 2001 als 75-Jähriger bei uns im Verlagsgebäude auftauchte, um sein erstes Buch zu besprechen und uns kennenzulernen, da hatte er gerade seine Ruanda-Mission hinter sich und seine letzte Station Samoa stand kurz bevor.
Das war nicht etwa ein rüstiger alter Herr, der seine Erinnerungen veröffentlichen wollte. Das war ein selbstbewusst und zugleich voller Tatendrang auftretender Mensch, der viel von dieser Welt gesehen, viel verstanden und noch Einiges vorhatte.
Fußball war für ihn nicht mehr nur Tore, Punkte, Tabellenplatz. Er hatte die schönsten Ecken der Welt kennengelernt, dort gelebt und gearbeitet. Er hatte die Großen dieser Welt – aus Sport und Politik – von Angesicht zu Angesicht getroffen. Aber er hatte auch das Elend gesehen und erfahren, was Fußball leisten kann – vor allem auf seiner Station in Ruanda (direkt nach der Zeit des Völkermordes). Dazu schrieb er damals: „Ich weiß, was der Fußball bewirken kann. Deshalb ist es mein großer Wunsch, noch Trainer in Palästina zu werden. Dort wohnen die Ärmsten der Armen. Dort wäre es unendlich wichtig, einen Nationaltrainer einzusetzen, der den Fußball als Friedensmission begreift.“
Dazu ist es dann nicht mehr gekommen, aber der Gedanke, dass Fußball mehr ist und leisten kann als die große Glitzerwelt, hat sich bei uns im Verlag verfestigt.

Wenn wir von „Rudi“ sprechen, sind nicht Rudi Völler oder Rudi Assauer gemeint, dann ist von Rudi Gutendorf die Rede. Sein großherziges und mutiges Wesen werden uns weiter begleiten. Er war uns ein Freund.

Im Verlag Die Werkstatt sind erschienen:
Rudi Gutendorf: Mit dem Fußball um die Welt
Rudi Gutendorf: „Machen Se et jut“