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Buch Im Schatten des Spiels

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1. Platz 2007

Im Schatten des Spiels

Rassismus und Randale im Fußball

    • 240 Seiten
    • 12,1 x 20,5 cm
    • Paperback
    • Fotos
    ISBN: 978-3-89533-555-6

    2. Auflage 2008

    Was dem Fußball schadet: Rassismus und Randale

    Kaum war die großartige Fußball-Weltmeisterschaft vorbei und Gastgeber Deutschland als weltoffenes Land gepriesen, so zeigten sich unübersehbar auch hässliche Seiten im Fußball: gewaltsame Rangeleien unter "Fans", rassistische Schmähungen gegenüber dunkelhäutigen Spielern, antisemitische Pöbeleien.
    Autor Ronny Blaschke schildert ausführlich die jüngere Entwicklung in Deutschland, beleuchtet aber auch die Szene der Hooligans in England und anderen europäischen Ländern. Eindrucksvoll dokumentiert er die Situation der Opfer, beispielsweise eines nigerianischen Spielers in Leipzig, der Spieltag für Spieltag mit Anfeindungen zu kämpfen hat. Zugleich fragt Blaschke nach den Ursachen des Phänomens, etwa im ausführlichen Porträt eines ehemaligen deutschen "Hools", der kritisch seine Vergangenheit reflektiert. Und er prüft die Gegenstrategien von Fanprojekten und Ordnungskräften, wobei insbesondere das Vorgehen der Polizei auch bei friedlichen Fans nicht selten auf Kritik stößt.
    Eine längst fällige Betrachtung von Gewalt im Fußball, die engagiert argumentiert, ohne übertriebene Horrorszenarien zu zeichnen.

    Inhaltsverzeichnis

    Einleitung

    1 Sehnsucht nach Schmerz
    Toni Meyer verbrachte sein erstes Leben als brutaler Hooligan – in seinem zweiten sorgt er dafür, dass Jugendliche nicht den gleichen Weg gehen

    2 Im Osten nichts Neues
    In den Stadien der neuen Bundesländer haben sich dunkle Abenteuerspielplätze gebildet, doch die Gewalt ist kein reines Erbe der DDR

    3 Erholung mit Begleitschutz
    Heinrich Schneider ist Schiedsrichter in der Kreisliga A. Manchmal ist er froh, wenn er unversehrt das Spielfeld verlässt – doch aufgeben will er nicht

    4 Feuerwehr auf dem Drahtseil
    Seit 25 Jahren bewegt sich die präventive Fanarbeit in Deutschland zwischen Rechtfertigungsdruck und Existenzkampf

    5 Balltanz in der Festung
    Die Sicherheitsstandards in den modernen WM-Arenen haben dafür gesorgt, dass die Gewalt zumindest in der Bundesliga kein großes Thema mehr ist. Ein Rundgang durch das Berliner Olympiastadion

    6 „Die Polizei wird von den Klubs über den Tisch gezogen“
    Ein szenekundiger Beamter über Korruption in der Polizei, Tricks der Vereine und Wandlungen in der Hooligan-Szene

    7 System der Leidenschaft
    Die Ultras unterstützen ihre Vereine bedingungslos. Doch ihre Beziehung zur Polizei ist stark belastet. Führt dieses Reizklima zu einer neuen Gewaltwelle?

    8 Wo die Mitte rechts ist
    Der Rassismus im Fußball verdeutlicht die Fremdenfeindlichkeit einer ganzen Gesellschaft – und bedient sich einer subtilen Symbolik

    9 Das Ende der Peinlichkeiten
    Die offensive Antirassismus-Politik des DFB-Präsidenten Theo Zwanziger offenbart die Versäumnisse seiner Vorgänger

    10 Er will doch nur spielen
    Beschimpft, bespuckt, geschlagen: Wie der Nigerianer Adebowale Ogungbure zu einer Symbolfigur im Kampf gegen Rassismus wurde

    11 „Wir haben uns gefühlt wie die Affen im Zoo“
    Der jüdische Funktionär Tuvia Schlesinger und der türkische Spieler Fatih Aslan über Rassismus und Antisemitismus in der Tiefebene des Fußballs

    12 Denn sie wissen nicht, was sie brüllen
    Der Antisemitismus im deutschen Fußball ist fast 100 Jahre alt – mittlerweile kommt er weitgehend ohne jüdische Spieler aus

    13 „Fußball ist alles – auch schwul“
    Die ehemalige Fußballerin Tanja Walther engagiert sich gegen Homophobie im Fußball. Sie gibt Einblick in eines der letzten großen Tabus

    14 „Im Fußball liegt eine zerstörerische Kraft“
    Der Philosoph und Sportsoziologe Gunter Gebauer über innere Zwänge, seltsame Süchte und die letzten Reservate der Männlichkeit

    15 Das garstige Kind wird erwachsen
    Die englischen Hooligans, einst gefürchtet in ganz Europa, sind von
    Politik und Vereinen zurückgedrängt worden – übrig geblieben ist nur der schlechte Ruf

    16 Ultra rechts
    Die faschistischen Fans in Italien haben einen großen Teil dazu beigetragen, dass der Calcio in eine bedrohliche Krise gestürzt ist

    17 „Wir müssen immer Angst um unsere Jobs haben“
    Die Fanarbeiter Illya Jongeneel und Martijn Pelle über kreative Hooligans, vererbte Rivalitäten und Existenzängste im niederländischen Fußball

    18 Angst-Gegner
    In Polen gibt es die meisten Hooligans in Europa – die Stadien dienen als Treffpunkte für Waffenschmuggler, Drogendealer und Neonazis

    19 Rivalität ohne Blaulicht
    Der Sportkonsum in den USA ist eine Angelegenheit der Mittelschicht. Gewalt in den Stadien gibt es so gut wie nie

    20 Die Paten der Pralinenschachtel
    Der Hang zur organisierten Kriminalität unterscheidet die argentinischen Barrabravas von den europäischen Hooligans

    21 Chronologie der Gewalt

    Anhang
    Quellen

    Der Autor

    Danksagung

    Fotonachweis

    Rezensionen

    Fundierter ist das Gewaltproblem im Fußball noch nicht aufgearbeitet worden.
    Stuttgarter Zeitung, 5. Dezember 2007

    Der Journalist Ronny Blaschke hat ein gut lesbares Buch vorgelegt, das nicht den Anspruch auf eine durchgängige These erhebt, sondern das Phänomen in Schlaglichtern schildert.
    Neue Zürcher Zeitung

    Heraus gekommen ist eine umfassende Bestandsaufnahme: nüchtern, gewissenhaft, ohne Scheuklappen, oft erschütternd, immer erhellend.
    Frankfurter Rundschau

    Sehr lesenswertes Buch.
    Deutschlandfunk, 8. September 2007

    Was das Buch vor allem lesenswert macht, ist sein lockerer, oft reportage-hafter Stil, wie auch die Breite seines Themenspektrums: In ihm finden sich nicht nur kulturgeschichtliche Reflexionen – etwa über die zerstörerische Kraft des Fußballs selber, sondern auch ein Kapitel über die denkwürdigen Hinderungsgründe von Fußball-Profis, sich als Homosexuelle zu „outen“.
    Saarländischer Rundfunk, 30. Juni 2007

    Eine konzentriert-komprimierte Darstellung des Fußball-Gewaltproblems und seinen Ausprägungen, national wie international; getragen von Blaschkes lakonisch-pointiertem Reportagestil. Seine Einblicke in Hool-Szenen, Fan-Projekte, Gewaltorte, Fußball-Rassismus und –Chauvinismus sind auch eine bestürzende Klima-Analyse unserer kapital-erfolgsgeilen und in weiten Teilen a-solidarischen Gesellschaft.
    Der tödliche Pass, Mai 2007

    Die Essenz von Blaschkes Buch, dass Gewalt im Fußball kein isoliertes Problem ist, sondern viele Hintergründe hat, ist keine neue. Doch die Art wie der Autor das heikle Thema, unter Verzicht des moralischen Zeigefingers und der Ausweidung von Schreckenszenarien umsetzt, fasziniert.
    11Freunde, Juni 2007

    Sehr zu empfehlen.
    FourFourTwo, Juni 2007

    Ronny Blaschke liefert mit diesem großartigen Werk nicht nur eine Betrachtung der Phänomene Rassismus und Gewalt, sondern versucht auch aufzuzeigen, welche Mittel zur Eindämmung greifen könnten.
    Notbremse, Dezember 2007

    Im Verlag Die Werkstatt ist nun mit „Im Schatten des Spiels“ eine längst überfällige Betrachtung von Gewalt im Fußball erschienen, die engagiert argumentiert, ohne übertriebene Horrorszenarien zu zeichnen.
    Libero, November 2007

    Das Buch „Im Schatten des Spiels“ ist für Fußballbeobachter ein Muss, gar ein vorläufiges Standardwerk.
    Rund, Juni 2007

    Der Fußball in seinen unglaublich vielen Facetten wurde wohl noch nie so umfassend und treffend beleuchtet wie in diesem Schmöker.
    Der Leipziger Fan-Report, April 2007

    Ein erfrischend unkonventionelles und vor allem informatives Werk.
    HSV Supporters News, Juli 2007

    Ronny Blaschkes Buch „Im Schatten des Spiels“ ist durchgehend lesenswert.
    Reviersport, 3. Juni 2007

    Ronny Blaschke liefert mit seinem Buch eine umfassende Analyse der Fußballfankultur.
    Deutschlandradio Kultur, 6. März 2007

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