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Buch Angriff von Rechtsaußen

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Angriff von Rechtsaußen

Wie Neonazis den Fußball missbrauchen

  • 224 Seiten
  • 13,5 x 20,5 cm
  • Paperback
ISBN: 978-3-89533-771-0

1. Auflage 2011

Seit vielen Jahren bemüht sich die rechtsradikale Szene, bei den Fußballfans Einfluss zu gewinnen – zuweilen mit Erfolg. Der Journalist Ronny Blaschke hat Beispiele recherchiert: NPD-Mitglieder rekrutieren Nachwuchs in der Anhängerschaft des 1. FC Lok Leipzig; in Sachsen-Anhalt arbeitet ein Rechts­radikaler als Jugendtrainer; in Dortmund gibt es Überschneidungen zwischen Autonomen Nationalisten und Fanszene. Dass bei Teilen der Fans rechtsextreme Einstellungen verwurzelt sind, zeigt sich, wenn rassistische, antisemitische oder schwulenfeindliche Parolen angestimmt werden.
Blaschke sprach mit Neonazis ebenso wie mit Sozialarbeitern, Forschern und Vertretern aus Politik und Verfassungsschutz. Sein Buch gewährt alarmierende Einblicke in ein Problemfeld, über das wenig bekannt ist. Zugleich wertet es Erfahrungen und Vorschläge aus, wie dem Einfluss Rechtsradikaler in den Vereinen und Stadien begegnet werden kann. Und es plädiert für eine politische Diskussionskultur in einer Branche, die sich ihrer sozialen Verantwortung zu selten bewusst ist.

Inhaltsverzeichnis

Ideologie der Ungleichwertigkeit
Einleitung … 9

Stimmenfang am Stadion
Neonazis unterwandern die Fanszene des 1. FC Lokomotive Leipzig … 15

Unparteiischer mit Parteibuch
Der NPD-Funktionär Stephan Haase ist seit 2007 Schiedsrichter in der Kreisliga C … 39

Braunes Intermezzo
In Lübeck gründet die NPD 2006 einen Fanklub – ohne Erfolg … 47

„Der DFB hat Angst, dass wir Kontakte zu Fans knüpfen könnten“
Interview mit Klaus Beier, Geschäftsführer und Pressesprecher der NPD … 50

Lockruf im Vakuum
Der Neonazi Tommy Frenck führt über seinen Fußballverein SG Germania 
Jugendliche an die Kameradschaftsszene heran … 63

„Das System wegschießen“
Neonazis feiern Fußballturniere als wichtigen Teil ihrer Erlebniskultur … 70

„Das Stadion ist der einzige Ort, wo Abwertungsmuster eine breite 
Öffentlichkeit erreichen – ohne Sanktionen“
Interview mit dem Bielefelder Gewaltforscher Wilhelm Heitmeyer … 72

Unfreiwillig unpolitisch
Kategorie C besingt Fußball, Freundschaften, Ehre. Die Bremer Rockband 
erhebt die Wolfsgesellschaft zur Leitkultur … 81

Verschlüsselte Lebenswelt
Kleidermarken, Symbole und Codierungen von Rechtsextremen wandeln sich ständig. 
Der Fußball wird dabei systematisch als Marketing- und Geschäftsfeld erschlossen … 91

Bilder vom rechten Rand
Comics bedienen Stereotype und pflegen Feindbilder auf einprägsame Art – 
auch in Fußball-Fanzines … 99

Unterwanderung 2.0
Fans nutzen das Internet zum Informationsaustausch, zur Selbstdarstellung 
oder zur Abgrenzung von anderen Gruppen … 102

Sheriffs fürs Grobe
Einigen privaten Sicherheitsdiensten in den Stadien werden Verbindungen 
zur rechtsextremen Szene nachgesagt … 109

Die Schlichterin
Ein Funktionär der NPD als beliebter Jugendtrainer – 
ein Fall für die Sportmediatorin Angelika Ribler … 114

„Wir können Minderheiten helfen, ein Stück mediale Gerechtigkeit zu erlangen“
Interview mit DFB-Präsident Theo Zwanziger … 123

Hürdenläufer durch die Bürokratie
Islamfeindlichkeit wird oft zwischen zwei Toren ausgetragen … 134

„Warum sollte ich nur Dönerfleisch essen?“
Interview mit dem Fußballprofi Halil Altintop … 145

Sehnsucht nach Normalität
Antisemitismus ist im Amateurfußball weit verbreitet. Die Bewegung Makkabi stellt sich mit Bildungsangeboten gegen Diskriminierungen … 153

„Wer heute miteinander Sport treibt, wird sich morgen nicht feindselig gegenüberstehen“
Interview mit Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden … 163

Die Angst der Aussätzigen
Auch im Fußball wird Antiziganismus, die rassistische Ablehnung von Roma, weitgehend toleriert – doch langsam wächst Gegenwehr … 168

Abenteurer im Archiv
Vereine haben sich lange gegen eine Aufarbeitung ihrer Rolle im Nationalsozialismus 
gesträubt. Stattdessen graben Fans in der Geschichte ihrer Klubs … 177

„Vereine wollen pflegeleichte Spieler ohne politisches Profil“
Interviews mit Yves Eigenrauch, ehemaliger Profispieler beim FC Schalke 04 … 186

Die Horizont-Öffner
Seit drei Jahrzehnten entwerfen Sozialarbeiter für junge Fans kreative Erlebniswelten, um rechtsextreme Einstellungen gar nicht erst entstehen zu lassen … 195

„Sozialarbeit sollte sich niemals in eine Allmachtsfantasie flüchten“
Interview mit dem Erziehungswissenschaftler Thomas Schneider … 204

Klima des Misstrauens – Ein Ausblick … 209

Literatur … 216

Aktive Gruppen im Internet … 220

Der Autor … 223

Rezensionen

Blaschke arbeitet deutlich heraus, dass sich Fußball und Politik, auch wenn es immer wieder behauptet wird, nicht trennen lassen. Ein immens wichtiges Buch.
11 Freunde

Der Berliner Journalist Ronny Blaschke schildert nun Schauplätze, wo die NPD den Fußball im Verborgenen für ihre politischen Ziele nutzt.
Süddeutsche Zeitung

Fremdenhass hat im Fußball einen Nährboden – aber nicht nur in Stadien, wie der Journalist Ronny Blaschke in seinem Buch „Angriff von Rechtsaußen“ dokumentiert. Blaschke beschreibt rechtsextreme Tendenzen in unterschiedlichen Formen, etwa wenn Neonazis Hobbyturniere organisieren oder die Verbindung zwischen Sicherheitskräften im Stadion und der rechten Szene.
Der Spiegel

Wo versuchen Neonazis über sportliche Angebote das einfache Volk zu bekehren? Blaschke kennt sie alle, und er benennt Ross samt Reiter. ... Ein engagiertes Buch, das hoffentlich vor die Lesebrillen deutscher Vereinsmeier gerät.
WeltExpress

Im Fußball sehen Rechtsextreme ein Feld, auf dem sie ihre menschenverachtenden Ansichten verbreiten und neue Anhänger gewinnen können. Beispiele dafür gibt es genug, wie Ronny Blaschkes neues Buch beweist. ... Insgesamt gibt es mehr als 20 Kapitel in „Angriff von Rechtsaußen“. Jedes davon ist eine kleine abgeschlossene Geschichte, sehr gut recherchiert und spannend geschrieben. ... „Angriff von Rechtsaußen“ rüttelt wach und zeigt, dass auch und gerade der Fußball kein politikfreier Raum ist, aber ein Raum, für den es sich lohnt, zu kämpfen.
N-TV.de

Der Autor liefert eindringliche Beispiele von Neonazis, die die Fanszene unterwandern.
HNA

Sauber und aufwendig recherchiert, beschreibt Ronny Blaschke, wie die Rechtsextremen das Verständnis von Demokratie und Toleranz im Fußball nachhaltig schädigen. Sein spannend zu lesendes Buch ist ein engagiertes Plädoyer für eine politische Diskussionskultur im Sport.
Lovely Books

Sein Buch gewährt alarmierende Einblicke in ein Problemfeld, über das wenig bekannt ist.
Buch-Magazin

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