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Buch Willi Daume

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Willi Daume

und die Entwicklung des Sports in der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1945 und 1970

    • 304 Seiten
    • 13,5 x 21,0 cm
    • Paperback
    ISBN: 978-3-89533-712-3

    1. Auflage 2010

    Willi Daume war zwischen 1945 und 1972 der einflussreichste Sportfunktionär und in der Öffentlichkeit schlicht DAS Gesicht des deutschen Sports. Sein größtes Verdienst war die Organisation der Olympischen Spiele 1972 in München. Daumes Biografie, die sich von der Nazi-Zeit über den Kalten Krieg bis in die Anfänge der Entspannungspolitik erstreckt, bildet ein Stück wichtiger Sportgeschichte aufschlussreich ab. Das Buch wird eingeleitet durch ein Vorwort von Walther Tröger, Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

    Rezensionen

    Was das Buch interessant macht, ist das Thema und der beleuchtete Mensch. ... Insgesamt ist das Buch ein feines Lehrstück zum Thema „wie werd ich Funktionär?“, andererseits ist es auch ein Spiegelbild der damaligen (west-) deutschen Realität.
    Übersteiger

    Willi Daume war der deutsche Sportfunktionär, der über Jahrzehnte die nationale Sportpolitik und die Entwicklung des Deutschen Sportbundes maßgeblich beeinflusst, ja bestimmt hat. ... Sich diesem Sportfunktionär wissenschaftlich zu nähern, bedeute natürlich auch eine Auseinandersetzung mit der Frage, woher Willi Daume kam, welche Grundüberzeugungen er vertrat, was er für ein Mensch war, wofür er einstand. Die Beschreibung seiner Entwicklung zeichnet dabei gleichzeitig ein Bild von der Entwicklung der deutschen Sportorganisationen und das in beiden Teilen der geteilten Nation. ... Spannend ist diese Biografie auch deshalb, weil, wie man heute sagen würde, Willi Daume extrem engmaschig und gut vernetzt war. Auf seiner Lebensbühne traten all die Großen des nationalen und internationalen Sports auf, von Avery Brundage bis zu Juan Antonio Samaranch.
    SportBox, IAT.Uni-Leipzig

    Der tiefe Einblick in seine Biographie als öffentliche Person des Sports ermöglicht zudem Aussagen über die westdeutsche Nachkriegsgesellschaft, der Umgang mit dem Erbe der Nazi-Diktatur sowie den sich anbahnenden „Strukturbruch der Moderne" in den 1960er Jahren.

    SPOLIT

    Die Doktorarbeit ist schwere Kost, wartet aber mit einer Unmenge an Fakten zum Leben von Willi Daume auf. Dennoch ist sie keine Biografie des wohl einflussreichsten Sportfunktionärs in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik Deutschland. Sie ist, wie Walther Tröger im Geleitwort schreibt, »die erste zusammenhängende wissenschaftliche Darstellung der Anfangsjahrzehnte des organisierten Sports in Deutschland, für die Willi Daume als bestimmende Persönlichkeit steht«. Daume hat aus Rodes Sicht im Kalten Krieg zur Verschärfung der Systemkonkurrenz im deutsch-deutschen Sport beigetragen, andererseits aber dem deutschen Sport den Zugang zu immer größeren staatlichen Fördermitteln ermöglicht. Sein großer Wurf war unbestritten die Vergabe der Olympischen Spiele von 1972 nach München. Rode geht auch kurz auf Daumes opportunistische Mitgliedschaft in der NSDAP (1937) und seine wohl geringe Tätigkeit als Informant des Sicherheitsdienstes (1943) ein, mit der er einem angedrohten Fronteinsatz entgehen wollte.

    Main-Echo

    Informant des SS-Sicherheitsdienstes?
    Der Gründungspräsident des Deutschen Sportbundes und langjährige Präsident des Nationalen Olympischen Komitees war nicht nur seit 1937 Mitglied der NSDAP, sondern er hat im Zweiten Weltkrieg auch als Informant für den Sicherheitsdienst der SS gearbeitet. Das meldet "Der Spiegel". Das Nachrichtenmagazin beruft sich auf die Dissertation des Historikers Jan C. Rode, die im Göttinger Werkstatt-Verlag erschienen ist.

Nach Darstellung Rodes hat der 1996 verstorbene Daume diese Tätigkeit in Interviews eingeräumt, die 1993 und 1994 im Rahmen eines Forschungsprojektes an der Universität Hannover geführt wurden. Diese Interviews waren bislang nicht publiziert. Daume sollte demzufolge die Stimmung in Antwerpen, wo der Besitzer einer Dortmunder Eisengießerei ein Zweigwerk führte, ausloten. Er habe diese Berichte für den Geheimdienst aber lediglich angefertigt, um dem "angedrohten Fronteinsatz in Stalingrad zu entgehen", rechtfertigte sich Daume. Aufgrund des geringen Informationsgehalts habe der Geheimdienst bald das Interesse verloren und ihn "aus der Aufgabe entlassen". Rode bezweifelt die Darstellung des Sportfunktionärs: "Aus heutiger Sicht erscheint es kaum vorstellbar, dass das Verfassen gehaltloser Berichte ausgereicht haben soll, das Interesse des SD zum Versiegen zu bringen", heißt es in der Studie.

Der Historiker enthüllt ebenfalls, dass Daume im Entnazifizierungsverfahren sowohl die Mitgliedschaft in der NSDAP als auch die Tätigkeit für den SD verschwieg. Im ersten Verfahren 1948 wurde Daume in die Kategorie IV als "Mitläufer" eingestuft. Erst nachdem ein niederländischer Zeuge Daume bescheinigte, keine antisemitische Gesinnung bei ihm festgestellt zu haben, wurde Daume 1949 als "unbelastet" eingestuft - der Grundstein für seine steile sportpolitische Karriere, die 1949 mit seiner Wahl zum Präsidenten des Deutschen Handball-Bundes (DHB) begann.


    Erik Eggers, im Deutschlandfunk

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