» Buch Vorwärts – Armee-Fußball im DDR-Sozialismus

Buch Vorwärts – Armee-Fußball im DDR-Sozialismus

24,90€

inkl. MwSt.

Vorwärts – Armee-Fußball im DDR-Sozialismus

Aufstieg und Fall des ASK/FC Vorwärts Leipzig / Berlin / Frankfurt

    • 308 Seiten
    • 17 x 24 cm
    • Hardcover
    • Fotos
    ISBN: 978-3-89533-647-8

    1. Auflage 2009

    Die Geschichte dieses fünffachen DDR-Fußballmeisters ist ebenso kompliziert wie aufschlussreich. 1949 in Leipzig gegründet, wurde die »Armeesportvereinigung« vier Jahre später nach Berlin verpflanzt, wo sie durch gezielte Interventionen zu einem der DDR-Spitzenklubs aufgebaut wurde. Anfang der siebziger Jahre spielte man sogar erfolgreich auf europäischer Bühne. Eine aus politischen Gründen erzwungene erneute Umsiedlung nach Frankfurt/Oder brachte den Fall in die Bedeutungslosigkeit; heute spielt der Verein als FC Viktoria 91 Frankfurt in der sechsten Liga.
    Am konkreten Beispiel beleuchtet der Autor die Rolle des DDR-Staates und der NVA im Sportbetrieb. Neben der sportlichen Entwicklung wird auch über Repressionen gegen unbotmäßige Spieler, über »antisozialistische« Fan-Ausschreitungen und andere politische Begleitumstände berichtet.

    Inhaltsverzeichnis

    Die Zerschlagung des bürgerlichen Sports in der SBZ –
    Das Ende der traditionellen Verbands- und Vereinsstrukturen in der „Zone“
    Auflösung und Enteignung bürgerlicher Sportvereine
    Bildung von kommunalen Sportgemeinschaften und der Abbau der
    Beschränkungen im sowjetzonalen Sport
    Die sportpolitischen Vorstellungen der SED
    SED-Grundsätze zum Aufbau einer demokratischen Sportbewegung
    Die FDJ als Werkzeug der Sportpolitik der SED
    Die prinzipielle Auseinandersetzung der Kommunisten mit dem „unpolitischen Sport“
    Reorganisierung des Betriebssports auf Produktionsgrundlage
    – Die 18 Industriesportvereinigungen in der DDR

    Die Anfänge als SV VP Vorwärts in Leipzig – die Basis für den späteren
    Renommierklub der Nationalen Volksarmee in Ostberlin
    Gründung der Armeesportvereinigung Vorwärts
    Die Delegierung von Vorwärts Leipzig in die Oberliga
    Motor Oberschöneweide als 19. Mannschaft in der Oberliga
    Der Beginn in Leipzig – SV Volkspolizei erreicht in ihrer ersten Oberligaspielzeit
    mühsam einen Nichtabstiegsplatz
    Werner Eilitz – der drangvolle Außenverteidiger
    Sozialistische Spielerziehung – wie sich Vorwärts Leipzig die halbe Mannschaft
    von Chemie Leipzig einverleibt
    Horst Schere Scherbaum – ein rackernder Kämpfer im Mittelfeld
    Frühjahr 1953: Der verordnete Umzug von Vorwärts Leipzig in die
    Hauptstadt gleicht einer Flucht vor dem ablehnenden Publikum
    Der Abstieg der SV Vorwärts der KVP Berlin aus der Oberliga

    Die erste DDR-Meisterschaft für Vorwärts 1958 – Zwei Abgänge:
    Assmy und Fritzsche setzen sich nach Westberlin ab
    Verstärkungen für Vorwärts?
    SED-Politbürobeschluss zur Konstituierung von Schwerpunktklubs in den Industriesportvereinigungen
    – Schwerpunktbildung in den Industriesportvereinigungen
    Delegierung von Wirth und Assmy von Oberschöneweide zum ZSK
    Gerhard Zacka Marotzke – zuverlässiger Abräumer
    Spieljahr 1958: Beginn der Erfolgsstory des ASK Vorwärts Berlin
    Die drei Ks in der Abwehr – Kalinke, Kiupel und Krampe
    Zweite Vizemeisterschaft 1959
    7:1 gegen Hertha BSC
    Horst Assmy und Rolf Fritzsche setzen sich zu TeBe ab
    Assmy bei Schalke: „Unsere Mannschaft will ihn nicht mehr sehen.“
    Die geheimnisvolle Flucht des ASK-lers Wolfgang John
    Jürgen Kuppe Nöldner – oft mit etwas Übergewicht, immer mit Übersicht
    Saisonfinale 1959
    Flügelflitzer Rainer Amsel Nachtigall

    Das „Hammer-und-Zirkel-Spiel“ in Westberlin und schwere Ausschreitungen
    in Halle bei Erwin Vetters gütiger Hilfe
    Saisonauftakt mit 10:0 Punkten
    Provokation durch die „Spalterfahne“ und das Staatsemblem
    Peinliches Debakel für Hertha BSC – Herthaner als Statisten
    Nulltoleranz für Spaltersymbole in Westberlin
    Traumfußball – dennoch Verlust der Tabellenführung
    Erwin Vetter – Betrüger in Schwarz
    Vetters Betrug im Schweriner Stadion Paulshöhe
    Das Saisonfinale 1960
    Der Wirbelwind am linken Flügel – Günther Wibbel Wirth
    Der rauchende Torjäger – Horst Otto Kohle
    Ein Winzling in Mittelstürmerposition – Gerhard Riese Vogt

    Exkurs: Genauso wie Vorwärts aus der Fußballgeschichte getilgt –
    die einstige Westberliner Fußballmacht Tasmania 1900
    Anfänge in Rixdorf – erster Pokalsieg in Westberlin 1958
    Beachtliche Auftritte in den Endrunden um die Deutsche Meisterschaft 1959 und 1960
    Die Fußballmacht in Westberlin: Dritter der Deutschen Meisterschaft 1962
    Aufstiegsrunde 1964: Bayern mit Beckenbauer vom Platz gefegt
    Comeback eines totgesagten Fußballklubs
    Der letzte Höhenflug 1970/71
    Pokalsieg 1971 – letzte Vizemeisterschaft 1972
    Das Schlusskapitel in der Geschichte der ruhmreichen Neuköllner Tasmania

    Mauerbau und Meisterschaft – Meyer und Hoge: Wie der ASK
    eine längst verlorene Meisterschaft gewann und zwei Stars verlor
    Vor der Mammutsaison 1961/62 das Osterturnier 1961
    Erstes Drittel 1961 – Vorwärts mit Schwierigkeiten
    Die politische Situation im August 1961
    Ingrid aus Lichtenberg und der Feindsender RIAS
    Zweites Drittel 1961 – Mauerknechte in der Krise
    Drittes Saisondrittel 1962 – Im Endspurt zur DDR-Meisterschaft
    NVA-Hauptmann Lothar Meyer an der Berliner Mauer verhaftet
    „Strafgerichte über sowjetzonale Spitzensportler“
    Im Mansfelder Kombinat Zwangsarbeit unter Tage
    Der Ausschluss von Günter Jimmy Hoge
    Europapokal 1961 im Schatten des Mauerbaus
    Missglückter Propagandaversuch auf neutralem Boden
    „So geht einer nach dem anderen“ – ASK-ler setzt sich in Malmö ab
    Karl-Heinz Spicke Spickenagel – eine Institution im Vorwärts-Tor
    Gerhard Theo Körner – der Filigrantechniker im Mittelfeld
    Werner Peitsche Unger – der rustikale Stopper
    Horst Begi Begerad – schneller Stürmer mit Biss
    Auf dem Gipfel: Vorwärts und Jena dominieren den DDR-Fußball der sechziger Jahre
    Verpatzte Titelverteidigung 1963 – Meisterschaft für Motor Jena
    Urgestein des ASK Vorwärts – Gerhard Kalle Reichelt
    Das Leipziger Fußballwunder 1964 – „Chemie“ ist DDR-Meister
    Vierter Meistertitel 1965 – fünf Punkte vor Motor Jena
    Alfred Zulle Zulkowski – Magnet für Lederbälle
    Die Flügelzange – Jürgen Piepe Piepenburg und Jürgen Bummi Großheim
    Klubgründung mit Karl-Eduard von Schnitzler
    – Gründung der Fußballklubs in der DDR 1965/1966
    Fünfter Meistertitel 1966 – Entscheidung am letzten Spieltag
    Zwei magere Jahre für den FC Vorwärts
    Nach spannendem Zweikampf mit Jena – sechste DDR-Meisterschaft 1969
    Von der Lausitz an die Spree – Frank-Rainer Withulz
    Vom Turnen zum Fußball – Otto Fräßdorf
    Herbstmeister 1969 – DDR-Pokalsieger 1970
    Wolfgang Strübing – flachsblonder Mecklenburger beim FCV

    Grandiose Fehlentscheidung der NVA-Spitze – Der Umzug aus der
    Hauptstadt der DDR in das Provinznest an der Oder
    Abschied aus Berlin
    SC Frankfurt – der dilettantische Versuch einer Konzentration (1962)
    Die Hintergründe für die Umsiedlung an die Oder
    Auftakt mit Schlagerstar Ruth Brandin
    Im muffigen Provinznest

    Abwärts mit Vorwärts – die Frankfurter Jahre bis zum
    zweiten Oberligaabstieg 1988
    Erste Spielzeiten zwischen 1971 und 1974
    Wie der Sparwasser-Passgeber Erich Hamann (IM „Paul Hase“) Hilfestellung
    bei der Ausdelegierung von Peter Zierau gibt
    UEFA-Cup-Premiere in Frankfurt (Oder) gegen Juventus Turin
    38 Jugendländerspiele für die DDR – Eckhardt Kreutzer
    FDGB-Pokalfinale 1976 – erster Oberligaabstieg 1978
    Schnell und wendig – Horst Hotta Wruck
    Reinhard Jimmy Segger – Buhmann in Halle
    Sofortiger Wiederaufstieg 1979
    EC-Spiel in Stuttgart – Hause bleibt mit „Viruserkrankung“ zu Hause
    Um so älter, um so besser – Mittelfeldass Frieder Elster Andrich
    Horst Krautzig – tempostarker Mittelfeldakteur aus Cottbus
    Lutz Otto – Stürmer mit dem Übersteiger
    1981/82: Silbermedaille verpasst
    Größter Erfolg in Frankfurt – Vizemeisterschaft 1983
    Lothar Hause – Galionsfigur der Frankfurter Ära
    Karl-Heinz Tele Wienhold – Rekordtorhüter bei Vorwärts
    Gerd Schuth – zuverlässiger Abräumer
    1983 bis 1986 – Auf dem Weg zum Mittelmaß
    Bernd Wunderlich – Ein Jahr Sperre für Gemeinschaftswechsel
    1986/87: Knapp den Abstieg in die Liga vermieden
    Zweiter Abstieg aus der Oberliga 1988 in der Nachspielzeit
    Ralph Probst aus der Probst-Dynastie in Meuselbach
    Der letzte Nationalspieler des FC Vorwärts – Norbert Rudolph
    André Muschko Jarmuszkiewicz – Regisseur der achtziger Jahre

    Das Finale

    Anhang
    Spielerlexikon – 215 Spieler bestritten für Vorwärts die Spiele in der DDR-Oberliga
    Trainer der ersten Mannschaft des ASK/FC Vorwärts
    ASK/FC Vorwärts in der Meisterschaft
    Vorwärts-Torschützenliste Oberliga 1951 bis 1991
    FDGB-Pokalspiele des ASK/FC Vorwärts
    Europapokalbilanz des ASK/FC Vorwärts
    Vereine und deren Spielorte in Ostberlin
    Literatur- und Quellenverzeichnis
    Der Autor / Fotonachweis

    Rezensionen

    Mit akribischer Detailtreue und hoher Quellendichte zeichnet Leske den Weg des einstigen Vorzeigevereins nach und liefert einen tiefen Einblick in die Eigenheiten des ostdeutschen Fußballs.
    11 Freunde

    Ein typisches Leske-Buch: sehr akribisch, sehr detailverliebt.
    Edelstahl – Fanzine, Brandenburg

    Der Berliner Politologe erläutert ebenso hintergründig fundiert wie spannend die Wege des Vereins und seiner Akteure.
    Pankow(er)leben

    Detailliert und interessant beschrieben ...
    Ein streitbares Buch ...
    Märkische Oderzeitung

    Leske beschreibt in seinem Buch eindrucksvoll die 40-jährige Vereinsgeschichte, erhellt politische Hintergründe, verweist auf staatliche Entscheidungen, die nicht unbedingt von sportlicher Kenntnis zeugten, und erinnert an Spieler, die mit dem System aneckten.
    Bremervörder Zeitung

    Am konkreten Beispiel beleuchtet der Autor die Rolle des DDR-Staates und der NVA im Sportbetrieb. Neben der sportlichen Entwicklung wird auch über Repressionen gegen unbotmäßige Spieler, über „antisozialistische“ Fan-Ausschreitungen und andere politische Begleitumstände berichtet. Dr. Hanns Leske hat sich in vielbeachteten Buchveröffentlichungen bereits mehrfach mit der Geschichte des DDR-Fußballs auseinandergesetzt.
    Fachbuchkritik.de

    Cover herunterladen

    9783895336478.jpg
    842 x 1181 Pixel
    208.15 kiloByte
    herunterladen

    Lesetipps