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Buch Hakenkreuz und rundes Leder

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Hakenkreuz und rundes Leder

Fußball im Nationalsozialismus

    • 608 Seiten
    • 17 x 24 cm
    • Hardcover
    • Fotos
    ISBN: 978-3-89533-598-3

    1. Auflage 2008

    Auch der deutsche Fußball ließ sich vom nationalsozialistischen System mehr oder weniger reibungslos gleichschalten. Wie aber funktionierte diese beschämende Anpassung? Wie verhielt sich der DFB, wie die großen Vereine konkret? Welchen Verfolgungen waren jüdische und linke Fußballer ausgesetzt? Gab es Handlungsspielräume, die nicht genutzt wurden? Gab es andererseits heimliche Obstruktion gegen die allgegenwärtige Diktatur? Und wie hat der DFB nach 1945 seine eigene Vergangenheit aufgearbeitet?
    An dem vorliegenden Buch arbeiteten zahlreiche namhafte Sporthistoriker und Journalisten unterschiedlicher politischer Couleur mit. Dabei entstand eine umfassende, facettenreiche Darstellung, die deutlich über die bisher vorgelegten Studien hinausgeht. Neben dem DFB werden Vereine betrachtet wie Schalke 04, Bayern München, Hannover 96, Hamburger SV, Eintracht Frankfurt, 1. FC Nürnberg sowie die großen Wiener Clubs.

    Inhaltsverzeichnis

    Vorwort (Lorenz Peiffer/Dietrich Schulze-Marmeling)

    Teil I
    GleichschaltungDer DFB und der Fußball im Nationalsozialismus
    Der deutsche Fußball und die Politik 1900 bis 1954.Eine kleine Chronologie (Lorenz Peiffer/Dietrich Schulze-Marmeling)
    Auf der Suche nach dem „Platz an der Sonne“: Der Deutsche Fußball-Bund 1900 bis 1933 (Rudolf Oswald)
    Deutscher Fußball-Bund und Nationalsozialismus (Arthur Heinrich)
    Der DFB in der Weimarer Republik und im „Dritten Reich“ – ein unideologischer Massensportverband (Nils Havemann)
    Ideologie, nicht Ökonomie: Der DFB im Kampf gegen die Professionalisierung des deutschen Fußballs (Rudolf Oswald)
    Die Nationalmannschaft im Dienst des NS-Regimes (Andreas Kullick)
    Die Stadionbauten der NS-Zeit: „Es wird schon bezahlt“ (Werner Skrentny)
    Fußball im Firmen- und Behördensport (Andreas Luh)
    Fußball in der organisierten Arbeitersportbewegung (Eike Stiller)
    Lebensbilder von Arbeiterfußballern (Eike Stiller)
    Konfessioneller Fußballsport in den 1920er und 1930er Jahren:Das Beispiel der Deutschen Jugendkraft (DJK) (Eike Stiller)

    Teil II
    ExpansionenDer DFB, die FIFA und die deutsche Eroberungspolitik
    Die „internationalen Angelegenheiten“ des DFB (Arthur Heinrich)
    Dr. Ivo Schricker: Ein Deutscher in Diensten des Weltfußballs (Henry Wahlig)
    Donaufußball & Ostmarkpolitik: Fußballstile und nationale Identitäten (Michael John)
    Fußball in den böhmischen Ländern (Stefan Zwicker)
    Mit laschem Hitlergruß. Fußball in den elsässischen Départementsund dem Département Moselle – eine Annäherung (Alfred Wahl)

    Teil III
    TäterFunktionäre und Trainer der NS-Zeit
    DFB-Präsident Linnemann oder die Beteiligung an Terror und Massenmord (Hubert Dwertmann)
    Peco Bauwens und die Nazizeit (Arthur Heinrich)
    Guido von Mengden: Der anpassungsfähige Idealist (Rudolf Oswald)
    Wilhelm Erbach: Weltanschauliche Kontinuität über zwei Epochenbrüche hinweg (Rudolf Oswald)
    Ein ganz normaler Jurist: Der Werdegang des Günther Riebow (Arthur Heinrich)
    Im Abgrund: Otto Nerz (Rudolf Oswald)
    Karriere um jeden Preis: Sepp Herberger (Lothar Mikos)
    Teil IVAnpassungenVereine im Nationalsozialismus
    Hamburger SV: „Ein leichtes Einordnen in den neuen Staat“ (Werner Skrentny)
    FC St. Pauli: Der Schreibtischtäter auf Rechtsaußen (René Martens)
    1. FC Nürnberg: Der Rekordmeister und die neuen Machthaber (Bernd Siegler)
    TSV 1860 und FC Bayern: Zwei Wege in die Gleichschaltung (Dietrich Schulze-Marmeling)
    Der Frankfurter Fußball 1933 bis 1945: „Von Tschammer und Osten, dein Pokal soll verrosten!“ (Thomas Bauer)
    1. FC Kaiserslautern: Sport, Politik und Ideologie auf dem Betzenberg (Markwart Herzog)
    FC Schalke 04: Vorzeigefußballer im Mainstream (Stefan Goch)
    Tennis Borussia Berlin: Der „Vereinsaustritt“ jüdischer Mitglieder (Jan-Henrik Buschbom) Hannover 96: Den Anweisungen des Reichssportführers „in jeder Hinsicht und freudig“ Folge leisten (Lorenz Peiffer/Jan C. Rode)
    Holstein Kiel: Kriegsprofiteure der besonderen Art? (Tim Cassel)
    Göttingen 05: Eklat bei der Gleichschaltung (Hardy Grüne)
    Der Wiener Klubfußball 1938 bis 1945 (Matthias Marschik)
    Luftwaffen-SV Groß-Hamburg: „Solche Soldaten gab es noch nicht“ (Werner Skrentny)
    Die Feldpostbriefe des Reichssportführers (Lorenz Peiffer)
    Teil VOpferAusgrenzung und Diskriminierung im deutschen Fußball
    Jüdische Sportvereine: Makkabi und Sportbund Schild, 1933 bis 1938 (Werner Skrentny) Julius Hirsch: Der Nationalspieler, den die Nazis ermordeten (Werner Skrentny)
    Fußball im Konzentrationslager (Veronika Springmann)
    Die Todeself. Kiew 1942: Fußball in einer besetzten Stadt (Claus Bredenbrock)
    „Menschliche Größe“: Asbjørn Halvorsen und die Deutschen (Arthur Heinrich)
    Teil VIVerdrängungenDer deutsche und österreichische Fußball nach 1945
    Kontinuitäten – DFB und Fachpresse in den ersten Nachkriegsjahrzehnten (Rudolf Oswald)
    Das Dritte Reich in Vereinsfestschriften der Nachkriegszeit (Rudolf Oswald)
    Populare Erinnerungsorte – die NS-Zeit im österreichischen Fußballgedächtnis (Georg Spitaler)
    Von Neuberger bis Zwanziger – Der lange Marsch des DFB (Dietrich Schulze-Marmeling)

    Herausgeber und Autoren
    Personenregister

    Rezensionen

    Überzeugende Nachberichterstattung – „Hakenkreuz und rundes Leder“.

    Der Verlag Die Werkstatt legt mit diesem Werk die Finger in die Wunden des DFB.
    Die Kombination Fußball/Nationalsozialismus wurde historisch bereits einige Male aufgearbeitet, dummerweise meist mit einem faden Beigeschmack, zumindest für diejenigen, die wussten, dass dort Kraft einer beschönigenden Verschleierungstaktik, die wahre Essenz dezent unter den Tisch gekehrt wurde. Damit, das kann zweifelsfrei konstatiert werden, ist jetzt erstmal Schluss.
    Ein bärenstarkes Kompendium, ein historischer Sammelband, der allen modernen wissenschaftlichen Standards Genüge trägt und der den Ball in seiner Rundheit von allen Seiten beleuchtet, wartet hier auf die interessierten Leser/innen, die eindringlichst auf dieses Prachtstück hingewiesen werden sollen.
    Alles in allem ist dies nicht nur die umfassendste Darstellung dieses Sujets bis jetzt, sondern darüber hinaus auch die beste.
    Für die Anschaffung dieses Buches spricht eigentlich alles, vorausgesetzt man will sich in dieser Richtung bedingungslos weiterbilden. Denn durch diesen kompetenten und exakten Blick wird der Tisch voll, die Sache rund, und dann erst, erst dann, kann es auch wieder ins Eckige, das Runde.
    Die Berliner Literaturkritik, 25 Juli 2008

    „Hakenkreuz und rundes Leder“ versammelt über 40 Beiträge und ist so wohl die umfassendste Abhandlung zum Thema. Untersucht wird unter anderem der Prozess der Gleichschaltung, dem sich der DFB folgsam fügte. Funktionäre und Trainer der NS-Zeit werden durchleuchtet, darunter auch Sepp Herberger, der nach dem Krieg als Mitläufer eingestuft wurde. Unter der Überschrift „Anpassung“ werden einzelne Vereine analysiert und da zeigt sich dann, dass sich auch in Traditionsvereinen wie Schalke 04, HSV, 1860 München oder Nürnberg kein Widerstand gegen die Ausgrenzung langjähriger jüdischer Mitglieder regte. Breiten Raum nimmt auch die These des Historikers Nils Havemann ein, der 2005 zu dem Schluss kam: „Der DFB sei ein unideologischer Massensportverband gewesen, der sich 1933 nur aus ökonomischen Gründen den veränderten Umständen angepasst habe“. Wobei Havemann mit seiner These ziemlich alleine steht. Die Debatte um die dunkle Seite der DFB-Geschichte geht inzwischen weit über die Havemann-Studie von 2005 hinaus. Das zeigt der Band „Hakenkreuz und rundes Leder“ mit seiner Fülle an Beiträgen eindrucksvoll.
    Deutschlandradio, 18. Juni 2008

    Der DFB hat lange Zeit seine Rolle im Nationalsozialismus ignoriert oder beschönigt. Täter und Mitläufer hat er geschützt, die Opfer dem Vergessen preisgegeben.
    Inzwischen hat bei dem DFB ein Umdenken eingesetzt. Er gab vor einigen Jahren endlich eine Studie in Auftrag, die auch die NS-Zeit nicht ausblendete. Zwanziger plädierte für eine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte. Seine Klarstellung war für die Herausgeber dieses voluminösen, kurzweilig zu lesenden Sammelbandes eine Herausforderung, das Thema breiter und tiefer zu bearbeiten.
    Süddeutsche Zeitung, 28. Juli 2008

    War der DFB fester Bestandteil Nazideutschlands? Oder waren nur einzelne Funktionäre ins NS-System verstrickt? Lesen Sie dieses Buch.
    er Sporthistoriker Lorenz Pfeiffer aus Hannover und der Münsteraner Fußballpublizist Dietrich Schulze-Marmeling haben sich trotzdem Zeit gelassen, haben sehr viele kompetente und keinesfalls auf einer Linie liegenden Experten gebeten, die vielen Aspekte des Themas zu bearbeiten, und der Göttinger Werkstatt-Verlag hat den Beiden dafür viel Platz zwischen den Buchdeckeln eingeräumt. Auf über 600 Seiten wird sich dem Thema gewidmet.
    Konkret und doch von so allgemeiner Bedeutung, die noch über den Fußball hinausweist, wird in "Hakenkreuz und rundes Leder" gestritten. Dazu haben sich die Herausgeber angenehm viel Zeit genommen und ließen alle Positionen, die es wert sind, gehört zu werden, auch wirklich zu Wort kommen.
    taz, 29. Juli 2008

    Die Rolle des organisierten Fußballsports beziehungsweise des DFB und seiner Vereine in dem politischen und gesellschaftlichen Wandlungsprozess nach der „Machtergreifung“ steht im Mittelpunkt eines voluminösen, kurzweilig zu lesenden Sammelbandes.
    Was der Nationalsozialismus konkret für den Fußball bedeutete, wird anhand von Beiträgen zu einigen Vereinen beschrieben, darunter Spitzenclubs wie Bayern München, Schalke 04 oder 1. FC Nürnberg.
    Jüdische Zeitung, Juli 2008

    Die bisher umfassendste Bewertung des Fußballs im Dritten Reich. Neben der Vollständigkeit zeichnen sich die geradezu spannenden Schilderungen durch eine flüssige Sprache aus. Und es ist, im Sinne sportlicher Werte, eine faire Aufarbeitung: Auch der umstrittene DFB-Chronist Nils Havemann kommt ausführlich zu Wort.
    Nordwest-Zeitung, 28. August 2008

    Sportwissenschaftler Lorenz Peiffer und Fußball-Historiker Dietrich Schulze-Marmeling legen somit ein umfassendes Standardwerk in politischer Vielfalt und neu recherchierten Fakten vor.
    Besonders spannend sind die Kapitel, die sich mit der Vergangenheit von Vereinen wie Schalke, Bayern, HSV, HYPERLINK "http://de.eurosport.yahoo.com/fussball/tsv-1860-muenchen/"1860 München oder Rapid Wien sowie der Zeit nach 1945 befassen. Was zum Beispiel hatten sich der DFB und sein Präsident Hermann Neuberger dabei gedacht, Hitlers Luftwaffenheld Hans-Ulrich Rudel immer wieder als Gast - zuletzt bei der WM 1978 in Argentinien - im deutschen Mannschaftsquartier zu begrüßen?
    Associated Press, 16. Juni 2008

    In diesem fundierten Werk arbeiten namhafte Autoren das Handeln von Verbänden, Vereinen und Spielern während des Nationalsozialismus auf und finden Antworten auf viele Fragen. Ein bewegendes Stück Geschichte.
    Rhein-Neckar-Zeitung, 27. Juni 2008

    Eines der wichtigsten Fußballbücher der Saison erschien dieser Tage im Göttinger Verlag Die Werkstatt. Deutsche Sporthistoriker haben sich die deutsche NS-Vergangenheit im Fußballsport vorgenommen und endlich eine umfassende Darstellung der Schreckenszeit vorgelegt.
    www.weltexpress.info, 1. Juli 2008

    Ein Buch, das vor allem durch die Fülle neu recherchierter Fakten besticht.
    Harzkurier, 22. Juni 2008

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