» Buch »Wir waren die Juddebube«

Buch »Wir waren die Juddebube«

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»Wir waren die Juddebube«

Eintracht Frankfurt in der NS-Zeit

    • 240 Seiten
    • 17 x 24 cm
    • Hardcover
    • Fotos
    ISBN: 978-3-89533-560-0

    2. Auflage 2009

    Schicksal eines »Judenclubs«

    Eintracht Frankfurt galt früher als »Judenclub«. Daher war die Eintracht von der Machtübernahme der Nazis stärker betroffen als andere prominente Fußballvereine. Matthias Thoma, der bereits mehrfach zur Geschichte der Eintracht publizierte und derzeit das Vereinsmuseum mit aufbaut, beleuchtet diese Phase in seinem Buch intensiv. Er verfolgt die Schicksale insbesondere jüdischer Mitglieder und untersucht die Methoden, wie die NS-Machthaber einen traditionell weltoffenen Verein unter ihre Kontrolle brachten.

    Inhaltsverzeichnis

    Vorwort

    1: Von Hanselmann und Schlappeschneider
    FSV oder lieber Eintracht?
    Von der Hundswiese zum Riederwald
    Platzanleihen für einen Warmwasseranschluss
    „Der Glaube war kein Thema“
    Sponsoring mit Hausschuhen
    Treffpunkt Café Hanselmann
    „Ohne Rücksicht auf die Nationalität“
    Die Nummer eins am Main

    2: Der Juddeclub und die Machtübernahme
    Das Aus für die politische Neutralität
    „Deutsche Tennisbälle für deutsche Spieler“
    „Es hat keinen Zweck mehr“
    Spiele für das „bedrängte Grenzland“
    Der Aufbau des „neuen Deutschland“

    3: Bewegende Zeiten am Riederwald
    Vier Wochen Vereinstrauer
    Ein Dietwart bei der Eintracht
    Sportliche Jungen sind Hitlerjungen
    Ein Eintrachtler bei der Weltmeisterschaft
    „In den Ruf einer Judenstadt“
    „Niemand fehlt am 19. August“
    „Grundsätzlich für Juden nicht mehr zugänglich zu machen“

    4: Höchstleistungen für den NS-Sport
    „Der nordische Mensch ist Kämpfer, weil er Sieger sein will“
    „Im Geiste des nationalsozialistischen Volksstaates“
    Ausbildung bei Pelz-Heinrich
    „Die Fahne geht nicht mit rüber“
    Sportlicher Aufschwung mit unglücklichem Ende
    Im Mutterland des Fußballs

    5: Eine Katastrophe und ein großer Triumph
    „Wir sind aus einem Fenster geklettert“
    Eine Eintrachtlerin gewinnt Gold
    „Berlin war vollkommen weltoffen“
    Zu Besuch beim Führer
    Jugend unter Kontrolle
    „Ihre Vaterstadt aufs beste vertreten“
    Das schlechtere Torverhältnis
    Auf der Flucht

    6: Im Vorfeld des Zweiten Weltkrieges
    „Sind Sie arischer Abstammung?“
    „Der kommt nicht mehr“
    Gaumeister
    Der Abgang des Vereinsführers
    „Der übernimmt hier einiges“
    Damnatio memoriae
    In Sicherheit

    7: Das Vereinsleben bricht zusammen
    „Es geht weiter“
    „Ran an den Feind“
    Propaganda unter dem Namen der Eintracht
    Der „Arier-Paragraph“ in der Satzung
    Willi Balles hält das Team zusammen – und rettet Leben
    Sie starben für Führer, Volk und Vaterland
    Flakturm, Soldaten und Zwangsarbeiter
    Auf dem Weg in den Tod
    Das Ende des Riederwalds
    Zusammenbruch

    8: Ein Neuanfang an einem neuen Ort
    Vereinsauflösung und Neugründung
    Erfahrung vs. politisch unbelastet
    Der Riederwald wird „Bauplatz für Frankfurt“
    „Und grüßt mir mein schönes Frankfurt und meine Eintracht“
    Die Rückkehr der Erinnerung
    Ein schwieriger sportlicher Anfang

    Resümee

    Dank
    Anmerkungen zu den Kapiteln
    Literatur und Quellen
    Bildnachweis
    Abkürzungen
    Personenregister
    Der Autor

    Rezensionen

    Buchautor Matthias Thoma beleuchtet detailgenau und kenntnisreich die Geschichte von Eintracht Frankfurt in der NS-Zeit. Jahrelang wühlte sich der Autor durch Archive, wälzte Akten und befragte eine Vielzahl von Zeitzeugen. Herausgekommen ist eine auch sprachlich ansprechende Übersichtsdarstellung, in der sich Thoma erfolgreich bemüht, ein Sittenbild vom Mikrokosmos des Frankfurter Großvereins in der NS-Zeit zu entwerfen.
    Frankfurter Rundschau, 25. April 2007

    In seinem Buch zeichnet Thoma den Prozess von diskriminierenden Sticheleien nach der Machtergreifung Hitlers bis zum Zusammenbruch des Vereinslebens im Krieg nach. Einzelschicksale liefern dabei eine bewegende Perspektive auf diese düstere Periode der Eintracht, lange bevor sie zum Phlegma-Klub vom Main avancierte.
    11Freunde, Juni 2007

    Matthias Thoma ist allen Fans der Frankfurter Eintracht mittlerweile ein Begriff. Sein neuestes Buch befasst sich intensiv mit den Ereignissen um und in dem Klub während der Nazi-Zeit, als durch Gleichschaltung und Nazi-Diktatur, durch Repressalien und Indoktrination, schließlich durch NS-Gewalt und Kriegswirren Schicksale bestimmt wurden, die bis zum Zusammenbruch auch des Vereins und darüber hinaus bis ins Private tragische Formen annahmen. Was sich in den zwei grausamen deutschen Jahrzehnten, den 30er und 40er Jahren, im Verein abspielte, schildert Thoma detailliert und unterfüttert von zahlreichen Gesprächen mit Zeugen aus jener Zeit: er entwirft so ein eindrucksvoll nachvollziehbares und tiefschürfendes Bild eines Fußballvereins, der wie alle anderen auch auf spezifische, aber doch auch typische Art ein Opfer einer der schwersten ideologischen Verirrungen und Verwirrungen aller Zeiten wurde.
    Der tödliche Pass, November 2007

    Thoma, der u. a. das Vereinsmuseum der SGE aufbaut, beleuchtet in seinem Buch die perfiden Taktiken der Nazis aus der Binnenperspektive des Vereins. In akribischer Arbeit hat der Autor wichtige Zeitzeugenaussagen zusammengetragen.
    Notbremse, August 2007

    Buch der Woche.
    Sport Bild

    Für geschichtsinteressierte Eintracht-Fans ein Muss.
    FoutFourTwo, Juni 2007

    Matthias Thoma recherchierte ausführlich das Wirken von Tätern und Mitläufern. Vor allem aber geht es ihm um die bedrückenden Schicksale der Opfer – jüdische Eintracht-Mitglieder, die ihre Heimat verlassen mussten oder ermordet wurden. Mit seiner berührenden Darstellung insbesondere menschlicher Einzelschicksale gelang Thoma eine längst überfällige Würdigung der Jahre 1933 bis 1945. Sie ist zugleich ein eindringliches Plädoyer gegen das Vergessen.
    Schalke Unser, Dezember 2007

    Ein großartiges und sehr persönliches Zeitzeugnis, das Matthias Thoma erarbeitet hat!
    Fan geht vor, Mai 2007

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