» Buch Der »Betze« unterm Hakenkreuz

Buch Der »Betze« unterm Hakenkreuz

24,90€

inkl. MwSt.

4. Platz 2007

Der »Betze« unterm Hakenkreuz

Der 1. FC Kaiserslautern in der Zeit des Nationalsozialismus

    • 352 Seiten
    • 13,9 x 21,2 cm
    • Hardcover
    • Fotos
    ISBN: 978-3-89533-541-9

    2. Auflage 2009

    Brisante Studie:
    Fritz Walters Stammverein in der NS-Zeit

    Mit diesem Buch wird die bisher umfassendste Untersuchung über die Geschichte eines deutschen Fußballvereins in der NS-Zeit vorgelegt. Sie ist schon deshalb von großem Interesse, weil Kaiserslautern und sein »Betzenberg-Stadion« die Heimat einiger der berühmten »Helden von Bern« waren. Ausführlich wird geprüft, inwieweit der pfälzische Traditionsverein mit den nationalsozialistischen Institutionen kooperiert oder aber ihnen Widerstand entgegengesetzt hat. Die legendäre »Walter-Elf« hat bereits in den Kriegsjahren ihre ersten Titel gewonnen und wurde deshalb von der NS-Propaganda vereinnahmt.
    Ebenso wird die Familie des späteren Weltmeisters Werner Liebrich porträtiert, dessen Vater als Kommunist ins Gefängnis musste. Auch an prominente jüdische Mitglieder in den Reihen des 1. FC Kaiserslautern wird erinnert.

    Inhaltsverzeichnis

    Vorbemerkung

    1. Forschungsstand – Quellenlage – Methodenfragen
    1.1 Quellen zur Geschichte des 1. FCK im Nationalsozialismus
    1.2 Heimat-, Soldaten- und Kameradenbriefe
    1.3 Methodische Bemerkungen

    Kaiserzeit und Weimarer Republik: 1900 bis 1933

    2. Die „Urgeschichte“ des Kaiserslauterer Fußballsports
    2.1 Der Königliche Turnlehrer Georg „Schorsch“ Pöppl
    2.2 Otto W. Candidus: Stadtbeamter und FCK-Gründungsmitglied
    2.3 Die „Schnäker“ vom Betzenberg: ein Fusionsprodukt

    3. „Die größte Gefahr des Sports“: Positionen der Weimarer Zeit

    Nationalsozialismus: 1933 bis 1945

    4. Jüdische Biographien und Schicksale
    4.1 Amtsrichter Karl Maas: westpfälzischer Fußballpionier
    4.2 Dr. Albert Maas: Sport- und Theaterarzt
    4.3 Alexander Thury: der erste „Internationale“ im 1. FCK
    4.4 Leichtathlet und Kolonialwarenhändler Willi Major
    4.5 Fußballtorhüter Wilhelm Baum
    4.6 Erich „Mops“ Weiler: ein Freund Fritz Walters
    4.7 Mäzen Max Jakob und der Prozeß gegen Ludwig Müller
    4.8 Die „FVK-Familie“ Julius Kayem
    4.9 Weitere jüdische Vereinsmitglieder und Mäzene
    4.10 „Arisierung“ und die „Stuttgarter Erklärung“ von 1933

    5. „Stadion Betzenberg“: Sportliche und volksreligiöse Erbauung
    5.1 Der „Betze“: Passion und Identifikation
    5.2 NS-Sportveranstaltungen und religiöser Kult
    5.3 Kriegerdenkmal und Totengedenken auf dem Betzenberg
    5.4 Feldpost und Gefallenenakten von FCK-Mitgliedern
    5.5 „Freiwilliger Arbeitsdienst“ auf dem Betzenberg

    6. Der Kampf um die politische Liquidierung und Fusionierung des 1. FCK
    6.1 „Vereine“ – „Gemeinschaften“ – „Volksgemeinschaft“
    6.2 Sportvereinspolitik der „Deutschen Arbeitsfront“ in Kaiserslautern
    6.3 „Widerstandsbewegung“ gegen NSDAP-Kreisleiter Rieder
    6.4 Professionalismus und Liquiditätsprobleme: Konflikte mit dem DFB
    6.5 Richard Imbt und die Utopie einer Fußball-„Großfamilie“
    6.6 Kreisleiter Jakob Knissel: Unterstützung von der Saar
    6.7 Peter Meyer: Propaganda für die Auflösung des 1. FCK
    6.8 Stadtgeographische Gegensätze und Generationenkonflikt
    6.9 Die umstrittene Anpassung von 1938: NS-Politiker als Vereinsführer

    7. Kommunalpolitik: Bürgermeister und Stadtverwaltung Kaiserslauterns
    7.1 Ernst Dürrfeld: Bürgermeister – Stadtkommissar – Antisemit
    7.2 Otto Coressel: Gleichschaltung – Wehrsport – Dietarbeit
    7.3 Carl Allbrecht: SA-Mann – Bürgermeister – Vereinsführer
    7.4 Richard Imbt: Oberbürgermeister und FCK-Anhänger
    7.5 Familie Walter und die Stadtsparkasse Kaiserslautern
    7.6 Hans Philipp: „K.-Vereinsführer“ in Sorge um Fritz Walter
    7.7 Politik und Prominenz – Preise und Pokale

    8. Gaupolitik: NS-Sportpropaganda im besetzten Lothringen
    8.1 Josef Bürckel: westmärkische Grenzlandpolitik
    8.2 Richard Imbt und Carl Allbrecht im Stadtkommissariat Metz
    8.3 Westmärkischer Spielertransfer als völkischer „Bluttransfer“
    8.4 „Oberhubersche Initiativen“: Fritz Walters Premiere in der Reichself
    8.5 Fußballseparatismus und Ämterakkumulation
    8.6 Fritz Walter: „Gastspieler“ der TSG Diedenhofen
    8.7 „Vierteljahresberichte“ des Sportgaus Westmark
    8.8 Resümee: Der 1. FCK in Lothringen

    9. Die „Walter-Elf“: erste regionale Erfolge
    9.1 „Repräsentative“ und „Internationale“ auf dem Betzenberg
    9.2 Kriegsmeisterschaften im Gau Westmark
    9.3 „Papa Berndt“: Pazifist und erster Trainer der „Walter-Elf“
    9.4 Von der 23er-Kaserne auf den Betzenberg
    9.5 „Kriegsehen“ und andere „Abarten“ des Fußballs
    9.6 Soldat und Fußballspieler: das Beispiel Fritz Walter
    9.7 Fritz Walter im Zusammenspiel von Sport und Massenmedien

    10. Von den „Roten Jägern“ zu den „Roten Teufeln“ vom Betzenberg
    10.1 „Frontbewährung“ und „Soldatenklau“
    10.2 Fritz Walter, Alfons Moog und andere „schwarze Männer“
    10.3 Hermann Graf: „Fußballretter der letzten Kriegsjahre“?
    10.4 Die Spielstärke der Roten Jäger
    10.5 Walter und Graf: Lieblinge der Sportpresse
    10.6 Männerbünde, Kriegerhelden und Sportidole
    10.7 Symbole des Fußballs und der Luftwaffe
    10.8 Medien auf dem Betze: Brieftauben, Radio, Film und Fernsehen

    11. Bürgerliche Vereinsjugend und Hitlerjugend
    11.1 Fähnlein und Gefolgschaften
    11.2 Die Koexistenz der HJ mit der Vereinssportjugend
    11.3 HJ-Jugendsportler: spätere Leistungsträger des 1. FCK
    11.4 Familie Liebrich: kommunistischer Widerstand gegen den NS-Staat
    11.5 Kanälchers – Eckenwettspiele – Schulsport – Vereinsfußball – HJ

    12. FCK-Mitglieder als Journalisten und Sportfunktionäre
    12.1 Carl Dietrich: Karikaturist der „NSZ Rheinfront“
    12.2 Herbert Zachäus: von der NSZ zur „Gruppe 47“
    12.3 Peter Meyer: Torwart – Schriftführer – Journalist
    12.4 FCK-Mitglieder bei Leni Riefenstahl
    12.5 Bernhard Gnegel: Beginn der Walter-„Hagiographie“
    12.6 Allianzen und Kontinuitäten im Sportjournalismus
    12.7 FCK-Mitglieder in sportpolitischen Funktionen

    13. Resümee: Die „Betzenberger“ – eine „heterogene Gesellschaft“

    Bundesrepublik Deutschland: nach 1945 …

    14. Nationale Erfolge und Regionalrivalen
    14.1 Die „Walter-Elf“: „Grundstock der kommenden National-Mannschaft“
    14.2 Regionalrivalen aus Pirmasens und Saarbrücken: 1933–1963

    15. Sport und Politik: Die „Roten Teufel“ in Rheinland-Pfalz

    Dank
    Anmerkungen
    Quellen und Literatur
    Abkürzungen
    Personenregister
    Der Autor

    Rezensionen

    Markwart Herzogs Fleißarbeit mit 1542 Fußnoten ist trotz gelegentlicher Schwerfälligkeiten ein packendes Stück Zeitgeschichte. Ein bisher unbekanntes Kapitel aus der Kuzlturhistorie des Dritten Reiches ist nun eröffnet - mit wenigen Helden, vielen Mitläufern und manchen Schurken.
    Markwart Herzog, Bildungsreferent der Schwabenakademie Bad Irsee, betritt Neuland. Noch nie wurde die Geschichte der "Walter-Elf" von ihren Anfängen her erzählt - gewiss auch darum, weil der vierfache Deutsche Meister über kein Archiv verfügt.. Herzog durchkämmte Landes- und Staatsarchive, befragte Zeitzeugen, las Heimat-, Soldaten- und Kameradenbriefe, studierte die "Gefallenenakten" der Stadtverwaltung Kaiserslautern und zeichnete so ein "irritierend widersprüchliches Bild". Nazis und Pazifisten, Philosemiten und Judenhasser prägten die Geschichte des 1. FC Kaiserslautern zwischen 1933 und 1945.
    Süddeutsche Zeitung

    Ein Vereinspräsident, der Ausgaben falsch deklariert, um verdeckte Spielergehälter zahlen zu können, Fan-Ausschreitungen nach entscheidenden Spielen, Politiker, die sich im Glanze eines erfolgreichen Fußballclubs sonnen - alles so vertraut und in diesem Fall doch so lange her. Die Rede ist vom 1. FC Kaiserslautern in der Zeit des Nationalsozialismus. Markwart Herzog hat dieses Kapitel pfälzischer Fußball-Geschichte mit seiner Untersuchung "Der Betze unterm Hakenkreuz" erstmals beleuchtet und dabei so manches Erstaunliche zu Tage gefördert.
    SWR.de

    Welche Rolle die Lauterer während des Nationalsozialismus spielten, schildert Markwart Herzog in seinem Buch. Fast acht Jahre lang hat der Philisoph, Theologe und Kommunikationswissenschaftler recherchiert und gestützt auf eine Fülle von Fakten, Gerichtsurteilen und Interviews weithin unbekannte Begebenheiten und persönliche Schicksale zu Tage gefördert. Er hat herausgefunden, dass der Verein sich nicht widerstandslos "gleichschalten" ließ und es bis 1938 zu heftigen Konflikten mit der NSDAP-Kreisleitung kam. Er beschreibt, wie die schon damals erfolgreiche Elf zu einem willkommenen Instrument der Propaganda wurde und räumt dabei vor allem dem berühmtesten roten Teufel, Fritz Walter, viel Platz ein. Dieser war - ebenso wie sein Bruder Ottmar - ein "vollkommen unpolitischer Sportler", der nur eines im Sinn hatte: auf dem Platz zu stehen und zu spielen.
    Nach Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 ist der 1. FC Kaiserslautern der dritte Fußballclub, dessen politische, ethische und sportliche Rolle während des Dritten Reiches fundiert beleuchtet wurde.
    SWR - Nachtkultur

    Das Geraune im Umfeld des 1. FC Kaiserslautern war vermutlich nicht die geringste Gefahr für den Erfolg von Markwart Herzogs Buchprojekt. Auf welche düsteren Geheimnisse würde der Doktor der Philosophie bei seinen Recherchen über die Geschicke des Klubs in der Zeit des Nationalsozialismus stoßen? Was, so die wohl größte Befürchtung im Umfeld, wenn der Wissenschaftler belastendes Material über Fritz Walter zutage fördert?
    Als der 48-Jährige vorige Woche das Ergebnis seiner Nachforschungen vorstellte, konnte er die Bedenken zerstreuen. Der Mythos Fritz Walter darf unbeschadet weiterbestehen. ... Walter war kein Nazi. Doch auch er konnte nicht vermeiden, von den Machthabern instrumentalisiert zu werden. Einem Schicksal, das auch seinem Stammverein widerfuhr. ... "Ab 1938 ist der FCK, von der Führung her gesehen, ein brauner Verein", konstatiert der Autor.
    Seine Arbeit ist für all jene, die sich für dieses Kapitel der Sportgeschichte im Allgemeinen oder den FCK im Besonderen interessieren, allein schon wegen der Fülle des recherchierten Materials wertvoll.
    Frankfurter Rundschau

    Buch des Monats
    Ein historischer Abriss zum FCK unterm Hakenkreuz war also längst überfällig. Schließlich entstand der Kult um die "Walter-Elf" bereits in den Kriegsjahren, als der Klub stets dann am besten war, wenn Spielertrainer Walter auf Fronturlaub mitkickte....
    In seiner akribischen Quellenarbeit weist Markwart Herzog nach, dass nur wenige Mitglieder des Klubs aktiv in der NSDAP waren. Der Autor zeigt aber, wie schon vor 1945 faschistische Kommunalpolitiker sich in den Erfolgen des Vereins sonnten und die Nähe seiner Stars suchten...
    Wer den Mythos der traditionsreichen "Walter-Elf" und ihre bis heute andauernde Bedeutung für die Region verstehen will,bekommt hier anhand vieler bislang unbekannter fakten, belegt durch Archivmaterial, eine umfassende Erklärung.
    11 Freunde

    Cover herunterladen

    9783895335419.jpg
    784 x 1181 Pixel
    174.4 kiloByte
    herunterladen

    Lesetipps