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Buch Erich Mielke, die Stasi und das runde Leder

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Erich Mielke, die Stasi und das runde Leder

Der Einfluss der SED und des -Ministeriums für Staatssicherheit auf den Fußballsport in der DDR

    • 640 Seiten
    • 17 x 24 cm
    • Broschur
    ISBN: 978-3-89533-448-1
    Preis: 38,00€
    2. Auflage 2014

    Fußball in der DDR – das ist auch die Geschichte schier unglaublicher Pressionen seitens des SED-Regimes, das Sport in erster Linie als Politikum sah. Hanns Leske hat jahrelang in Vereins- und Stasi-archiven geforscht und eine Fülle von brisantem Material entdeckt. Er beschreibt eindrucksvoll
    - die permanenten staatlichen Eingriffe in den Spielbetrieb, wodurch die „politisch erwünschten“ Erfolge erzwungen werden sollten
    - das Spitzelwesen gegenüber regimekritischen Spielern oder potenziellen „Republikflüchtlingen“
    - die Abschirmungsmaßnahmen bei deutsch-deutschen Fußballbegegnungen
    - die Repressionen gegenüber unbotmäßigen Fans
    - das besonders krasse Beispiel des zehnfachen Meistervereins Berliner FC Dynamo, den Stasi-Chef Erich Mielke als seinen Privatklub ansah.
    Leskes Untersuchung bildet die erste wissenschaftlich fundierte Arbeit über die systematische Überwachung des Fußballsports in der DDR.

    Inhaltsverzeichnis

    Vorwort

    1. Kapitel:
    Erich Mielke und das Ministerium für Staatssicherheit
    I. MfS: Drei Buchstaben stehen für ein Unterdrückungsorgan ohne rechtsstaatliche Legitimation
    II. Die Symbolik von Schild und Schwert der Partei
    III. Die Werkzeuge des Klassengegners: Politisch-ideologische Diversion (PID) und politische Untergrundtätigkeit

    2. Kapitel
    Erich Mielke – der Berufsrevolutionär
    I. Erste Tschekistentätigkeit in Spanien?
    II. Ein Lebenslauf nach Maß
    III. Wie Erich Mielke den lästigen Zeitzeugen Willi Kreikemeyer beseitigte
    Willi Kreikemeyer: ‚Leistner ist Mielke‘
    Willi Kreikemeyer – ein Mann verschwindet
    Marthe Kreikemeyer – eine unerschrockene Frau gibt nicht auf
    Mord oder Selbstmord
    Parallelen: Willi Kreikemeyer – Lutz Eigendorf
    IV. Der Charakter Erich Mielkes

    3. Kapitel
    Vierzig Jahre Sport in der DDR – drei dominante Personen: Manfred Ewald, Rudolf Hellmann, Erich Mielke
    I. Manfred Ewald
    Die Entstehung des Staatssportes als Grundlage des DDR-Sportwunders
    Kampf dem unpolitischen Sport – Bildung der Industriesportvereinigungen nach sowjetischem Vorbild
    Der Erfolg heiligt auch unter Kommunisten die Mittel: Ewalds bewußte Brüskierung der sowjetischen Freunde
    Manfred Ewald und die Medaillen: die Zweiteilung des Sports
    Manfred Ewald – Totengräber des Fußballs?
    Der Charakter des Manfred Ewald
    II. Rudolf Hellmann
    III. Erich Mielke
    Ungebremste Macht im Sport, auch wenn es absurd ist
    Sport als politisches Kampfinstrument der bewaffneten Organe

    4. Kapitel
    Die Sonderrolle des Fußballsports
    I. DDR-Fußball: Kleinstaaterei und Bezirksfürsten
    II. Struktur des Vereinsfußballs in Oberliga und Liga
    III. Die Betriebssportgemeinschaften

    5. Kapitel
    Die Entwicklung des Fußballs in der DDR – ein permanenter Versuch, durch Strukturänderungen den Erfolg zu erzwingen
    I. Fußball im Osten: Wenig Konstanz durch Aufstieg, Abstieg, Abwanderung, Abwerbung (1947 bis 1952)
    II. Die Macht der Ideologie: Die ersten Auswahlkollektive und die Gödickes und Satrapas
    III. Fußball der Kasernierten Volkspolizei (KVP) in Leipzig und Berlin
    IV. Fußball im Sozialismus: Anspruch und Wirklichkeit
    Der Anspruch: Sportler als kühne Erbauer des Sozialismus
    Die Wirklichkeit: Das Kaufen und Bestechen hat ein großes Ausmass angenommen
    Delegierungsunwille, mangelnde Leistungsanreize und fehlende Stimulanz
    V. Erste strukturelle Veränderungen im DDR-Fußball 1954/55 – Bildung der Sportclubs während der laufenden Saison
    Vom Erzgebirge an die Ostseeküste: Das Ende der BSG Empor Lauter
    Nationalmannschaft aus der Retorte: Die Kunstgebilde DHfK I und II und ihr klägliches Scheitern
    Aus Dynamo Dresden wird der Ost-Berliner Stasi-Verein Dynamo
    Von Oberschöneweide zu Vorwärts: Horst Assmy und Günter Wirth erzielen ihre Tore für den Erhalt des Weltfriedens
    Die Farce: Aues Wismut-Fußballer als SC Wismut-Karl-Marx-Stadt
    Ein Fazit der Fußball-Meisterschaftssaison 1954/55
    Das Fazit der Sportclubbildung aus der Sicht der SED
    VI. Gründung des Deutschen Fußball-Verbandes der DDR 1958
    VII. Zweite strukturelle Veränderungen im DDR-Spitzenfußball während der Saison 1965/66
    Der Rest von Leipzig ungewollter DDR-Meister 1964
    Analyse der Verhältnisse und Leistungen im DDR-Fußball 1964
    Kampf um einen Oberligaplatz: Wie Stahl Eisenhüttenstadt 1966/67 als Magdeburgs lästige Konkurrenz ausgeschaltet wurde
    Die Bildung der Fußballclubs zur Jahreswende 1966/67
    VIII. Dritte strukturelle Veränderungen im DDR-Fußball 1970
    Probleme des Leistungsstandes des DDR-Fußballsports 1969
    Vorbereitungen zum ersten Fußballbeschluß im November 1969
    Der erste Fußballbeschluß vom April 1970
    Wettbewerbsnachteile durch Einberufungen zur Nationalen Volksarmee
    Umsiedlung des FC Vorwärts von Berlin nach Frankfurt an der Oder
    Der Absturz der rot-gelben Armeefußballer des ASK / FC Vorwärts
    Der Schuhkrieg von Cottbus – Nicht jeder Union-Fan ist ein Staatsfeind, aber jeder Staatsfeind ein Union-Fan (Kleine Geschichte der Kicker von Union Oberschöneweide)
    IX. Vierte strukturelle Veränderungen im DDR-Fußball in den achtziger Jahren
    Rudi Hellmanns Kehrtwendung: Aus Schaden klug geworden
    Der zweite Fußballbeschluß 1983
    Analyse des Leistungsstandes des DDR-Fußballs 1986
    Illegale Zahlungen, Gesetzesverstöße und Bestechungen in Oberliga, Liga und Bezirksliga (Analyse 1986)
    Analyse der Situation des DDR-Fußballs 1987 – Reformvorschläge des DFV-Generalsekretärs Karl Zimmermann
    Exemplarisch: Generaldirektor Wolfgang Biermann (VEB Carl Zeiss Jena) zur Situation in seinem Club (1988)
    Professionalisierung und Kommerzialisierung
    X. Reformbestrebungen als es bereits zu spät ist (1989)
    Aus Staatsamateuren werden Nicht-Amateure
    Nationalmannschaftsintermezzo als Possenspiel: Aufstieg und Fall des geradlinigen Kommunisten Manfred Zapf
    Eduard Geyer letzter Nationaltrainer der DDR
    XI. Resümee

    6. Kapitel
    Repression durch das Ministerium für Staatssicherheit im Fußball
    I. Geißel der DDR: die Republikflucht
    Wechsel über die Zonengrenze bis zum Mauerbau 1961
    Republikflüchtige Fußballer nach dem Mauerbau
    OPK „Latte“ zum Abschuß von Trainer Klaus Sammer
    II. Exkurs: Aufnahme der flächendeckenden Kontrolle des Leistungssport durch das Ministerium für Staatssicherheit 1971 – Die Dienstanweisung Nr. 4/71 über die politisch-operative Arbeit im Bereich Körperkultur und Sport
    III. (Jahrzehntelange) IM-Spitzeltätigkeit von Fußballspielern und Fußballehrern für das Ministerium für Staatssicherheit
    Bernd Stange IMS „Kurt Wegener“ (FC Carl Zeiss Jena / DFV)
    Eduard Geyer IM „Jahn“ (SG Dynamo Dresden / DFV)
    Der arglose IM: Hans Meyer GMS „Hans Schaxel“ (FC Carl Zeiss Jena)
    Bernd Bransch GMS „Bernd“ (HFC Chemie)
    Georg Buschner GMS „Georg“ (FC Carl Zeiss Jena / DFV)
    SG Dynamo Dresden
    IV. Der besondere IM: Gerd Weber IM „Wiehland“ (SG Dynamo Dresden) und die Opfer Peter Kotte und Matthias Müller (ebenfalls SG Dynamo Dresden)
    V. Der Fall Lutz Eigendorf (BFC Dynamo)
    VI. Die unterschiedlichen Erfahrungen von DDR-Spitzenfußballspielern mit dem MfS – oder: Wie man sich den Fängen der Staatssicherheit widersetzen konnte
    Der merkwürdige IM: Gerd Kische IM „Neesken“ (FC Hansa Rostock)
    Heinz Satrapa (BSG Motor Zwickau / BSG Wismut Aue)
    Jürgen Sparwasser (1.FC Magdeburg)
    Der Unbeugsame: René Müller (1.FC Lok Leipzig)
    Der Eigenwillige: Heinz Werner (FC Hansa Rostock / 1.FC Union Berlin)
    Der Lockere: Olaf Seier (BFC Dynamo / 1.FC Union Berlin)
    VII. Menschlich besonders tragische Fälle der Diskriminierung von Fußballspielern
    Oberligasperre wegen republikflüchtiger Schwester: Ralf Heine (BSG Chemie Leipzig / BSG Chemie Böhlen)
    Zwangsarbeit unter Tage: Lothar Loulu Meyer (ASK Vorwärts)
    Erst bei Vorwärts rausgeworfen, dann bei Union: Günter Jimmy Hoge (ASK Vorwärts Berlin / 1.FC Union Berlin)
    VIII. Resümee

    7. Kapitel
    Sicherheitsbedürfnis I: Abschirmungsmaßnahmen bei „internationalen“ Cup-Spielen, besser: deutsch-deutschen Fußballbegegnungen
    I. SG Dynamo Dresden - FC Bayern München (1973)
    Aktion „Vorstoß“ – Sicherung der Touristendelegation der DDR nach München
    Aktion „Vorstoß“ – freier Kartenverkauf
    Politisch-operative Absicherung des Spiels in Dresden
    II. 1.FC Magdeburg - FC Bayern München (1974)
    Einsatzbefehl des Chefs der Bezirksbehörde der Deutschen Volkspolizei
    Sicherungsmaßnahmen vor und während des Spiels in Magdeburg
    III. BFC Dynamo - Hamburger SV (1982)
    Fußball unter Ausschluß der Fans: Die Verteilung der Eintrittskarten an Sicherheitskräfte des MfS und der Deutschen Volkspolizei
    Einsatzmaßnahmen zur Absicherung des Palasthotels und des Metropol und der Lagefilm zur Aktion „Cup“
    Anforderungen an Fußballtouristen in das NSW
    IV. Resümee

    8. Kapitel
    Sicherheitsbedürfnis II: Weltmeisterschaft beim Klassenfeind
    I. „7-8-9-10-Klasse“ – Die DDR-Touristendelegation
    II. Aktion „Leder“ – Befehl Nr. 11/74 bezüglich der „politisch-operativen Sicherung der Teilnehmer aus der DDR“ an der Weltmeisterschaft
    III. Sparwassers Tor – Kreisches Wette

    9. Kapitel
    Sicherheitsbedürfnis III: Randale hat Tradition
    I. Gewaltpotential in den Stadien der DDR
    II. Maßnahmeplan für Sicherheit und Ordnung bei Spielen zwischen dem BFC Dynamo und dem 1.FC Union (1970)
    III. Konzeptionen für Sicherheit und Ordnung auf den Fußballplätzen der DDR (1983 bis 1989)
    IV. Analysen der Sicherheitslage in den Stadien der DDR (1983 bis 1989)
    V. Besondere Sicherheitsprobleme bei Spielen des BFC Dynamo und des 1.FC Union Berlin
    Der negativ-dekadente Anhang des BFC Dynamo
    Der negativ-dekadente Anhang des 1.FC Union
    BFC- und Union-Fans gemeinsam auf Randale
    VI. Resümee

    10. Kapitel
    Erich Mielkes Berliner Fußballclub Dynamo: die nahezu unglaubliche Geschichte, wie den Fußballspielern der Staatssicherheit der Erfolg garantiert wurde
    I. Sonderstellung und Privilegien für die Armeesportvereinigung Vorwärts
    II. Erich Mielkes Sportvereinigung Dynamo
    BFC Dynamo: Leistungsauftrag europäisches Spitzenniveau
    BFC Dynamo: Von der Stasi in Besitz genommen, vom Fußballvolk mißachtet, in der Republik verhaßt
    Dresden zehn Jahre hinter Abonnementmeister BFC Dynamo
    III. Die Schiebereien zugunsten des Berliner FC Dynamo
    Exemplarisch: SG Dynamo Schwerin - BFC Dynamo (1968)
    MfS-Studie 1971: Bewußt negative Berichterstattung über den BFC Dynamo in der DDR-Presse
    Eingaben und Beschwerden von SED-Mitgliedern wegen Manipulationen beim Spiel Rot-Weiß Erfurt gegen den BFC Dynamo (1985)
    Offensichtliche Bevorzugung des BFC Dynamo in der Saison 1984/85
    Offensichtliche Bevorzugung des BFC Dynamo im FDGB-Pokalendspiel 1985
    Das Skandalspiel 1986 – Der Schand-Elfmeter von Leipzig
    Die Motivation der Schiedsrichter
    Der BFC und die Journalisten – Eine Fallstudie
    IV. Der BFC Dynamo nach der Wende und die Kinder der Stasi
    V. Resümee

    11. Kapitel
    Zusammenfassung und Bewertung
    Biographien I: Sportliches Personal
    Biographien II: Politisches und gesellschaftliches Personal
    Abkürzungsverzeichnis

    Hinweis:
    Literatur- und Quellenverzeichnis

    Rezensionen

    „‚Erich Mielke, die Stasi und das runde Leder’ heißt ein 640 Seiten starkes Werk aus dem Werkstatt Verlag, in dem Autor Hanns Leske den Einfluss der SED und des Ministeriums für Staatssicherheit auf das Kickerwesen detailliert beschreibt. Leskes Untersuchung bildet die erste wissenschaftlich fundierte Arbeit über die systematische Überwachung des Fußballsports in der DDR.“
    Reviersport, 20. Mai 2004

    „Fußball war in der DDR nicht gleich Fußball. Stasi-Chef Erich Mielke hatte nicht nur den Berliner FC Dynamo unter Kontrolle: Seine Angst vor kritischen Spielern sorgte für eine beispiellose Überwachung des Fußballs im Osten der Republik. Die wissenschaftlich fundierte Arbeit ist keine leichte Kost und schon gar nicht zum Querlesen gedacht. Dennoch lohnt ein tiefer Blick hinter die Kulissen des DDR-Sports.“
    SPORTBILD, 28. April 2004

    „Fußball in der DDR – das ist auch die Geschichte schier unglaublicher Pressionen seitens des SED-Regimes, das Sport in erster Linie als Politikum sah. Hanns Leske hat jahrelang in Vereins- und Stasiarchiven geforscht und eine Fülle von brisantem Material entdeckt. Leskes Untersuchung bildet die erste wissenschaftlich fundierte Arbeit über die systematische Überwachung des Fußballsports in der DDR.“
    Osterland Sonntag, 25. April 2004

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