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Buch Ballbesitz ist Diebstahl

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Ballbesitz ist Diebstahl

Fußballfans zwischen Kultur und Kommerz

    • 256 Seiten
    • 12,1 x 20,5 cm
    • Paperback
    ISBN: 978-3-89533-430-6

    1. Auflage 2004

    Ohne Zuschauer, so formulierte es einmal ein englischer Spieler, ist Fußball nichts weiter als ein Kick von 22 kurzbehosten Männern im Park. Erst die Fans machen aus dem Spiel ein kulturelles und atemberaubendes Ereignis, und zu Recht können sie auf den Tribünen für sich reklamieren: „Spieler kommen, Trainer gehen, Fans bleiben!“
    Doch präsentiert die „schöne neue“ Fußballwelt wirklich noch echten Zuschauersport? Hat da jemand den Ball klammheimlich in seinen Besitz gebracht? Autoren aus der Fanszene suchen nach Antworten. Sie berichten über eine „Kommunikationsguerilla“ im Kampf gegen die TV-Mächtigen, über den „Fanmarsch durch die Vereinsinstitutionen“ und sparen Probleme in den eigenen Reihen – etwa Rassismus, Gewalt und sexistische Sprüche – nicht aus. Eine notwendige Bestandsaufnahme, formuliert in der den Fans eigenen Sprache zwischen beißender Ironie und besorgter Melancholie.
    Von maßgeblichen Fanzines zum Fußballbuch der Saison 2003/04 gewählt.

    Rezensionen

    Mitte der neunziger Jahre beschäftigte sich das Buch „Holt Euch das Spiel zurück“
    mit der Welt der Fans inmitten der Boombranche Fußball und präsentierte Strategien, um sich nicht gänzlich von Industrie und Eventmanagern vereinnahmen zu lassen. Ein Manifest der Bewegnung war das. „Ballbesitz ist Diebstahl“ ist so etwas wie der Nachfolger, der Grundton ist jedoch weitaus gedämpfter. Das Buch erzählt von großen Niederlagen und kleinen Siegen der Fans. Auf die Fahnen schreiben können sich die Anhänger, dass es noch Stehplätze in deutschen Stadien gibt. Und das nicht mehr automatisch dumpfes Urwaldgestöhne von den Rängen schallt, wenn dunkelhäutige Spieler auflaufen. Am Ende bleibt die Erkenntnis:
    „Spieler kommen, Trainer gehen, Fans bleiben“.
    11 Freunde

    Volltreffer! – „Und du gehst trotzdem noch hin“, sagt ein Ultra-Fan in einem der 25 Aufsätze dieses Werkes. Obwohl uns in der heutigen Fußballwelt so viel ankotzt oder anödet sind wir immer noch mehr oder weniger dabei. Zu kritisieren gibt es schließlich einiges: Ob es die immer drastischere Kommerzialisierung in Stadien oder Medien ist, der nach wie vor grassierende Rassismus und Sexismus in den Kurven oder die zunehmende Repression gegen Fans. Doch mit Jammern allein ist es halt auch hier nicht getan. Mit Herz, Hirn und einer gehörigen Portion Frechheit analysieren die 16 Autoren die herrschenden Zustände rund um das Fußballspiel und zeigen mitunter kreative Wege auf, wie wir Fans uns den Ball zurückholen können. Jenseits von akademischer Drögheit und moralischem Zeigefinger ermuntern die stets lebendigen Beiträge dazu, sich kritisch mit den Problemen und Perspektiven des eigenen Fandaseins auseinanderzusetzten. Ohne zu übertreiben, darf man dieses Werk als einen Volltreffer bezeichnen.
    „Löwenmut“

    Wem gehört heutzutage die Fußballkultur und wer bewegt den Ball wirklich? Die Vereine, die Fans oder die Medien? Antworten auf diese und viele weitere wichtige Fragen geben in diesem empfehlenswerten Buch treffend betitelte Artikel wie „Spieler kommen, Trainer gehen – Fans bleiben“. Herausgegeben wird es von B.A.F.F., dem Bündnis aktiver Fußballfans und für diese ist es auch geschrieben.
    Für echte Fans. Nicht für Sonnenscheinstadiongeher und Aufstiegsjubler. Die Artikel sind ernst, äußerst kritisch und setzten sich mit unterschiedlichen Themen wie der fortschreitenden Kommerzialisierung, Rassismus, Sexismus, Gewalt, Fußball im Fernsehen, Fanzines, Groundhopper und Ultras anspuchsvoll auseinander.
    Ein Buch für Fans deren geistiger Horizont über die Stadionumzäunug hinausgeht.
    Eintracht Braunschweig aktuell

    Die verschiedenen Autoren, z. B. Gerd Dembowski (B.A.F.F.-Sprecher), Dieter Bott (Gründer zahlreicher Fanprojekte), u. a. geben einen Einblick in eine Fanszene die sich zwischen Kultur und Kommerz bewegt. Das Buch beschreibt die großen und kleinen Anstrengungen der aktiven Fußballfans sich gegen den Ausverkauf „ihres“ Sports zu wehren. Das Buch ist jedem Leser zu empfehlen, besonders denjenigen, die Fußball nicht nur konsumieren, sondern ihn leben und ihn gerne so erhalten würden wie sie ihn lieben gelernt haben. Denn eines ist sicher:
    Spieler kommen, Trainer gehen – Fans bleiben!
    Die TorTour, Mainz

    Wie sehr sich die kritische Fanszene in Deutschland in den letzten Jahren weiter entwickelt hat, zeigt das Beispiel von „BAFF“, dem „Bündnis Aktiver Fußballfans“,
    das jetzt zehn Jahre alt geworden ist. Fast elf Jahre nach dem Erscheinen von „Fans und Fußball – Wir holen uns das Spiel zurück“ aus dem gleichen Verlag ist die vorliegende Veröffentlicheung der Beweis, dass die Themen der Fans heute selbstverständlicher Bestandteil der Fußballfachdiskussionen ist. Dies kann man auch an der Besucherzahl der vielen gelobten Ausstellungen „Tatort Stadion“ ablesen, die besonders viele Jugendliche, aber auch Multiplikatoren anzieht und ihre Wirkung im Kampf gegen Rassismus, Sexismus und Rechtsradikalismus tut. Als Motto der Fans gilt unverändert der Titel des einleitenden Beitrags von Gerd Dembowski: „Spieler kommen, Trainer gehen – Fans bleiben.“
    Das Stadion

    Her mit der Pille! – Für die, die den Fußball nicht nur als Spannungsbringer und Dampfablasser in bierseeliger Atmosphäre verstehen wollen, ist dieses Buch empfehlenswert. „Ballbesitz ist Diebstahl“ so der auch tiefsinnige Titel des zweiten erschienenen Baff-Buches. Mehrere Autoren, die rund um den Fußball ihr Herz verloren haben, schreiben über die Entwicklung des Fandaseins in dem großen Beziehungsgeflecht dieses jungen Ballsports. Wie dieser Sport zur „Ware Fußball“ werden konnte, geht auch auf die Urspünge im vorletzten Jahrhundert zurück. Dass Großbritannien und die Industrialisierung und damit einhergehend der neuzeitliche Kapitalismus eine nicht zu unterschätzende Rolle in der rasanten Entwicklung spielen und das liebe Bier und deren Braumeister eine der ersten Marktpioniere gewesen sind, wird ebenso mit Literaturhinweisen besprochen wie der Stellenwert der elektronischen Medien speziell der des Fernsehens und des Internets für den Fußball und damit auch unsere Gesellschaftsentwicklung.
    Der Übersteiger

    Fußball, vorläufig gerettet.
    Für das BAFF ist Ballbesitz Diebstahl.
    »Ich habe schon etliche Male Abschied genommen vom Fußball, vom Hin- und Angucken wenigstens ... Jedem Abschied folgte ein neues Spiel, ohne daß die Zeit dazwischen etwa bloß eine Schamfrist gewesen wäre. Es war mir jedes Mal ernst. Wieder und wieder der Schwur: Das reicht endgültig jetzt, aber ehrlich. Das Auge hat genug, der Geist ist entschlossen, die Seele aber schwach ...« (Dietrich zur Nedden 1998). Poetischer kann einer eigentlich nicht über die Fußballleidenschaft, von der er ergriffen ist, schwadronieren.
    Dieses Zitat steht gleich am Anfang des vom Bündnis Aktiver Fußballfans herausgegebenen Buches »Ballbesitz ist Diebstahl« und stellt eindeutig klar, worin es in diesem Buch geht: um Begeisterung, Hingebung und Wahnwitz. Und all das wegen Fußball!
    Im allgemeinen wird vermutet, der Fußballanhänger wäre nicht sehr helle im Kopf, würde einen Bierbauch durch die Gegend spazieren tragen, und seine schwangere Frau im Stich lassen, wenn ein Spiel seiner innig geliebten Mannen ansteht. Das Buch beweist zwar nicht das Gegenteil, zeigt aber erfreulich auf, dass sich einige Fußballanhänger schon so ihre Gedanken machen. Schon der Untertitel »Fußballfans zwischen Kultur und Kommerz«
    zeigt, dass sich hier eine starke Fraktion zu Wort meldet, die nicht alles mit sich machen läßt. Balltreter, Hintergrundmauschler und Funktionäre kommen und gehen, der Fan bleibt. Und sollte kraft seiner Wassersuppe gut aufpassen, dass ihm seine Hauptmahlzeit nicht von Geschäftemachern versaut wird.
    Wohltuend ist auch, dass in dem Buch konsequent gegen pubertäre Pöbellieder einiger Fangruppen polemisiert wird, die bei jeder Ballberührung des Gegners eine homosexuelle Attacke wittern und entsprechend ängstlich »Möller, du Schneller, du Homosexueller« kreischen. Auch dass Neonazis und rechter Pöbel in den Stadien eine kleine, aber wahrnehmbare Größe sind, wird nicht unterschlagen.
    Fußball ist unser Leben. Ein wohltuendes, lesenswertes Buch für alle, die von Heribert Fassbinder mit »liebe Fußballfreunde« angeredet werden und die weiter als bis drei zählen können!
    Junge Welt

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