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Buch Von Donnerbalken und innerer Einkehr

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Von Donnerbalken und innerer Einkehr

Eine Klo-Kulturgeschichte

    • 240 Seiten
    • 13,9 x 21,2 cm
    • Hardcover
    • mit zahlreichen Illustrationen
    ISBN: 978-3-89533-367-5

    1. Auflage 2002

    Das „stille Örtchen“ war nicht immer einsam: Die Römer beispielsweise genossen unterhaltsame Gemeinschaftssitzungen, und auch sonst haben sich gesellschaftliche Einstellungen zum „Abort“ im Laufe der Jahrhunderte mehrfach gründlich gewandelt. Jacob Blume ist der wenig bekannten „Klo-Kulturgeschichte“ nachgegangen. Sein Streifzug beginnt in Babylonien, wo man bereits vor Jahrtausenden Abtritte baute, die ähnlichen Einrichtungen im europäischen Mittelalter in nichts nachstanden. Die Beschaffenheit der „Örtchen“ hing wesentlich vom kulturellen Verhältnis zu den menschlichen Ausscheidungen selbst ab – die Prüderie des Christentums beispielsweise warf die Verbesserungen hygienischer Verhältnisse um Dekaden zurück.
    Jacob Blumes wunderbar geschriebener Text vereint Anekdoten ebenso wie seriöse Empirie, literarische Zitate und philosophische Hintergründigkeit. Ein Lesegenuss, der eigentlich der anfänglichen Versicherung nicht bedarf: „Geschrieben stinkt Scheiße nicht.“

    Inhaltsverzeichnis

    Zwischen heißer Luft und himmlischer Vision
    Eine Einführung in die menschheitsgeschichtliche Dimension des Themas

    Licht im Dunkel – ein Streifzug durch die Aborte der Antike
    Am Anfang war die Ausscheidung
    Die Technik hält Einzug: Der babylonische Sickerschacht
    Ein weiter, aber lohnender Weg: Vom Menschenopfer über den Rinderkot zur Teilhabe an Macht und Gnade
    Von Kotgöttern und heiligen Fürzen
    Ägyptische Entsorgung
    Nicht ganz auf der Höhe der (Entsorgungs-)Kultur: Der gemeine Grieche
    Die Größe, die Rom einst war
    Urin, die Flüssigseife der Antike
    Die Entsorgung von Massenveranstaltungen
    Die Stadt- und Wohnhygiene der Römer

    Herrliche An- und Aussichten – Christen, Juden, Mohammedaner
    Ein Platz außerhalb des Lagers
    Der Himmel war allein zu verdienen in Dreck und Schmutz
    Exkurs: Die Reinigung des Allerwertesten
    Ist der Leib des Herrn verdaubar?
    Heilige Scheiße
    Dieser so wichtige Platz für die Menschheit
    Die Bedeutung der Latrine in der Klosterarchitektur
    Die Traditionserhaltung und Schamlosigkeit im Mittelalter
    Zwischen Keller, Erker und Danzke
    Spätmittelalterliche Städte
    Der Weltenerfinder
    Das mittelalterliche »Geschirr«: Von Prunzscherben, Schüttsteinen und Nachttöpfen
    (Ab-)Ort des Lebens und des Todes

    Das mittelalterliche Badewesen

    Vom öffentlichen Ärgernis zur privaten Scham
    Königliche Ohnmacht
    Die Domestizierung der Scheiße – ein kurzer Prozess der Intimität

    Zwischen Ville du merde und Ville du monde Paris, das Beispiel des 18. Jahrhunderts

    Industrielle und sanitäre Revolution
    Öffentliche Toiletten
    Öffentliche Reinigung, öffentliche Kanalisation

    Die menschlichen Ausscheidungen in Medizin und Wirtschaft
    Das Geschäft mit den menschlichen Fäkalien
    Hier stimmt die Chemie
    Kot und Harn in Heilkunde und Hexerei
    Vom Einfluss der Gemütsbewegungen auf die leiblichen Ausscheidungen
    Amulette und Talismane
    Exkurs: »Scheiße« als Waffe

    Der hygienische Ort
    Das 19. Jahrhundert, das Jahrhundert der Bewegungen: Die Hygienebewegung

    Die Geschlechterrolle: Der Stand der Sitzdebatte

    Die Deutschen, das besondere Verhältnis zur Sauberkeit und ihre Kehrseite

    Anhang
    The Great Stink – Systeme der Abwasser- und Fäkalienentsorgung
    Kleines Scheißlexikon
    Literatur
    Anmerkungen
    Zum Autor

    Rezensionen

    Jacob Blume zielt auf den wohl letzten blinden Fleck der Alltagsgeschichte. Ob es um religöse Vorstellungen oder ausgefallene Sexualpraktiken geht, Kulturwissenschaftler und Schriftsteller haben keine menschliche Gewohnheit unbeleuchtet gelassen. Natürlich auch nicht jene unspektakulären, die sich um das Essen und Trinken drehen. Doch das, was am Ende der Nahrungsaufnahme folgt, unvermeidlich und daher zurecht als „Notdurft“ bezeichnet, lassen fast alle stillschweigend unter den Tisch fallen, Forscher wie Literaten... Jacob Blumes historische Detailsammlung ist keine wissenschaftliche Kulturgeschichte im strengen Sinne, doch wer die munter kommentierten Fakten als feuilletonistische Annäherung liest, kann manch anregende Anekdote darin finden.
    Deutsche Welle

    Drastisch, humorvoll und kenntnisreich führt Jacob Blume mit historischen Fakten und literarischen Zitaten durch die Geschichte des Ortes, für den zu allen Zeiten galt: „Die besten Essen enden auf diese Art.“
    Schnüss

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