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Buch Spurensuche im Grenzgebiet von Werra und Weser

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Spurensuche im Grenzgebiet von Werra und Weser

    • 576 Seiten
    • 17 x 24 cm
    • Hardcover
    • mit 22 Abbildungen
    ISBN: 978-3-89533-341-5
    Preis: 33,80€
    1. Auflage 2001

    Bis zum Jahre 1070 kann der Autor die Wurzeln seiner Herkunft zurückverfolgen. Seit dieser Zeit ist seine Familie, ursprünglich mit der Bramburg bei Hemeln als Stammsitz, in der Werra-Weser-Region, im Gebiet zwischen Diemel, Solling, Harz, Eichsfeld und Kaufunger Wald, heimisch.
    Als Bezugsrahmen seiner Chronik wählt der Autor eine umfassende Bilderfolge der politischen, administrativen und wirtschaftlichen Entwicklung in dem Werra-Weser-Gebiet seit der Zeit von Kaiser Karl dem Großen. Damit geht seine Erzählung weit über den Rahmen einer familienbezogenen Spurensuche hinaus. Sie erweitert sich zu einer umfassenden Geschichtsdarstellung seiner Heimat, einer detailgenauen Abbildung der vielfältigen Veränderungen und der wechselvollen Schicksale der in ihr lebenden Menschen, des Adels, der Bürger und Bauern.
    Während des Mittelalters waren es insbesondere die „hausgemachten“ Fehden der Welfenherzöge des Fürstentums Oberwald und später Calenberg-Göttingen, der Landgrafen von Hessen und der Hildesheimer Bischöfe, unter denen die Menschen immer wieder schwer zu leiden hatten. Zwar ist die von Herzogin Elisabeth von der Stadt Münden aus eingeführte Reformation noch als eine „regional selbstbestimmte“ politische Maßnahme anzusprechen, doch änderten sich die Form und Mitwirkung an der Politikgestaltung, als Ende des 16. Jahrhunderts die Fürstentümer Calenberg-Göttingen und Braunschweig-Wolfenbüttel miteinander verschmolzen wurden. Von nun an wurde das welfische Gebiet an der Werra und Weser zunächst von Wolfenbüttel und später von Hannover aus gleichsam von außen „fremdbestimmt“ regiert.
    Fortan waren es die politischen Großereignisse, deren Auswirkungen die Geschicke der Weser-Werra-Region und das Leben ihrer Bewohner bestimmten: In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges wurde beispiels- weise Münden zerstört, die liberale Politik des „französischen“ Königreichs Westfalen verhieß neue Freiheiten, die folgende restaurative Politik des Königreichs Hannover führte zum Eklat um die „Göttinger Sieben“. Anschaulich schildert der Autor auch die achtzig Jahre währende Zeit als preußische Provinz sowie die Aufbauleistungen nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Göttinger Universität wiedereröffnet und schließlich die Niedersächsischen Landesverfassung verabschiedet wurde.
    Prall gefüllt von den regionalen Ereignissen einer tausendjährigen Entwicklung und der Erläuterung ihrer gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Bezüge lädt das Buch ein, das Werra-Weser-Gebiet als einen wechselvollen geschichtlichen Grenzraum kennenzulernen.
    Für seine Darstellung verknüpft der Autor verstreute genealogische Einzelinformationen über seine Vorfahren mit Überlieferungen über ihnen nahestehende Personen. So kann er ein lebendiges Bild seiner Ahnen und deren Zeitgenossen entwerfen.
    Zahlreiche erläuternde Anmerkungen erleichtern dem Leser das Verständnis der angesprochenen Zusammenhänge. Und das umfassende Quellenverzeichnis vereinfacht ihm den Zugang zu einem vertieften Eigenstudium von ihn besonders interessierenden Einzelfragen.
    Dem Autor ist es gelungen, die Geschichte der Heimat seiner Familie spannungs- und zugleich lehrreich zu erzählen – eine Darstellung, die in der regionalpolitisch interessierten Heimatforschung in dieser umfassenden Form bislang vermißt wurde.

    Inhaltsverzeichnis

    Einleitung

    Teil I:
    Von den Sachsenkriegen bis zum Abschluß der Reformation

    Aufstieg und Bedrängnis der Sachsen
    (Von den Anfängen bis 1100)

    Die Liudolfinger werden deutsche Könige
    Die Sachsenkriege
    Canossa und die ersten deutschen Gegenkönige
    Von Herlings- und Dynastenburgen
    Herkunftsbezeichnungen als Familiennamen
    Grundherrliche Reiterkrieger – was sie waren und wovon sie lebten

    Vom Herzogtum Sachsen zum Herzogtum Braunschweig-Lüneburg
    (Von 1100 bis 1250)

    Das Erbe der Billunger
    Ständischer Aufstieg der Ministerialen
    Streit um die römische Freiheit des Klosters Helmarshausen
    Welfische Territorialpolitik
    Die Bramburger und das herzogliche Privileg der Verkehrsfreiheit auf der Weser

    Teilungen des Welfenlandes und Aufbau einer herzoglichen Verwaltung
    (Von 1250 bis 1350)

    Verfall der Ritterfehde
    Glücklich, wer eine Burgmannstelle ergattern konnte
    Die Asseburger Fehde und der thüringische Erbfolgekrieg
    Die Bramburger und Sichelnsteiner Gerichtsbarkeit gehen nach Münden
    Wülmersen als Lehen des Klosters Helmarshausen
    Ins Kulmer Land

    Reiten und Rauben ist keine Schande / Das thun die besten Hofleut im Braunschweigschen Lande
    (Von 1350 bis 1400)

    Ansätze für ein hoheitliches Strafrecht
    Fehden um das Land an der Werra
    Göttingen in Bedrängnissen
    Der niedere Adel als Financier seiner Herzöge

    Ein Herzog wird amtsmüde
    (Von 1400 bis 1450)

    Spannungen zwischen Mainz und Hessen
    Von Plünderungen und Kriegen
    Herzog Otto Cocles verzichtet auf die Regierung des Oberwaldes
    Die Pest und die Geissler gehen um
    Amtmänner in Veckerhagen und auf dem Schöneberg
    Die Verwüstung des ländlichen Raumes treibt ihrem Höhepunkt zu

    Verwicklungen der Welfenherzöge in die Entschuldungsbemühungen der Bischöfe von Hildesheim
    (Von 1450 bis 1520)

    Unruhige Anfangsjahre
    Die Bursfelder Kongregation und der Zug gegen die Bramburg
    Zwei unterschiedliche Brüder und die Hildesheimer Bierfehde
    Die Hildesheimer Stiftsfehde

    Einführung der Reformation im Fürstentum Calenberg-Göttingen
    (Von 1520 bis 1550)

    Der Bauernkrieg in Thüringen
    Die Reformation im Gebiet des Oberwaldes
    Herzogliche Erbsorgen und Abschluß der Reformation
    Das herzogliche Schulden-Dilemma
    Freigeistiger Adel

    Die Identitätskrise des niederen Adels
    (Von 1550 bis 1600)

    Vom Ritter zum Söldner
    Landjunker und herzoglicher Rat
    Das Ende einer abgelaufenen Zeit
    Rückblick

    Teil II:
    Vom Niedersächsischen Reichskreis zum Bundesland Niedersachsen

    Friede ernährt, Unfriede verzehrt
    (Von 1600 bis 1650)

    Streit der Stadt Braunschweig mit den Welfenherzögen
    „Alles für Gott und für sie“
    Rettung des welfischen Erbes 319
    Vorkriegs- und Kriegsleben des Adels und Bürgertums

    Vom Herzog von Calenberg-Göttingen zum deutschen Kurfürsten und englischen König

    (Von 1650 bis 1720)

    Leiden der Welfenfamilie um die neunte Kurwürde
    Kurfürst Georg Ludwig besteigt den englischen Thron
    Im Schatten welfischer Eitelkeit: Wiederaufstieg des niederen Adels, Kirchenpatronat und Adelsgericht

    Englands Eroberung seiner nordamerikanischen Kolonien im Kurfürstentum Hannover
    (Von 1720 bis 1770)

    Europäische Wirren und die englisch-hannoversche Personalunion
    Das Grenzgebiet von Werra und Weser als fünfjähriger Kriegsschauplatz

    Hannover als Spielball der Großmächte Frankreich und Preußen
    (Von 1770 bis 1820)

    Schwache Rufe nach Freiheit und Gerechtigkeit
    Unter preußischer und französischer Besatzung
    Südhannover als Teil des Königreichs Westfalen

    Vom Kurfürstentum zum Königreich Hannover
    (Von 1820 bis 1870)

    Die Zeit der Restauration und das Ende der englisch-hannoverschen Personalunion
    Verfassungskampf im Königreich Hannover
    Das Ende der Welfen-Herrschaft
    Rückblicke auf den Deutschen Bund und die Frankfurter Nationalversammmlung aus Waldecker Sicht

    Hannover – eine preußische Provinz
    (Von 1870 bis 1945)

    Der Landrat als Mittler zwischen Staats- und Selbstverwaltung
    Münden vom Ersten zum Zweiten Weltkrieg

    Von der Stunde Null zum Land Niedersachsen
    (Von 1945 bis 1951)

    Sieger und Besiegte
    Unter britischer Militärregierung
    Der Weg zur Niedersächsischen Verfassung
    Rückblick

    Stammtafeln

    Stammtafel der Brunonen, Northeimer, Süpplingenburger und Welfen und ihre verwandtschaftlichen Verhältnisse zu den Ottonen und Saliern
    Stammtafel der Welfenherzöge unter besonderer Berücksichtigung des Oberwaldes
    Stammtafel der Landgrafen von Thüringen, der Ludowinger
    Das Welfenhaus und die englische Thronfolge
    Stammtafel der Landgrafen von Hessen
    Stammtafel der Familie von Stockhausen

    Bibliographie

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